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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

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Versicherungs-News (Archiv)

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Pflichtversicherung Selbstständiger gefordert 
In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur plädierte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, am 21. Dezember für den Einbezug Selbstständiger in die allgemeine Sozialversicherungspflicht. Die Sozialversicherungssysteme, so Rische, müssten sich auf wesentlich vielfältigere Erwerbsbiografien einstellen: "Wir haben den Wechsel zwischen abhängiger Beschäftigung und Selbstständigkeit, wir haben den Wechsel zwischen Teilzeit und Vollzeit, und und und." Auf diesen Wandel der Arbeitswelt müssten sich die Sozialversicherung insgesamt einstellen, der Einbezug Selbständiger in die gesetzliche Rentenpflichtversicherung sei "ein Schritt in diese Richtung, der in Europa fast in allen Ländern schon gegangen wurde."

Bereits am 12. Oktober 2005 berichtete die Zeitschrift Böckler impuls wie es um die Krankenversicherung steht. Demnach haben hier immer mehr Menschen keine Versicherung. Die unten stehende Grafik der Zeitschrift macht klar, dass Selbstständige, die nur rund ein Zehntel der Erwerbstätigen in der Bundesrepublik stellen, dabei weit überproportional betroffen sind.

Ein Team von Gesundheitsökonomen, das im Auftrag der Stiftung Ursachen, Tendenz und Lösungsmöglichkeiten der Nichtversicherung untersuchte, sieht die stetig steigende Zahl der Personen ohne Krankenversicherung als Folge der Tatsache, " dass immer weniger Biografien gradlinig verlaufen: 1995 waren 105.000 Menschen gar nicht krankenversichert, 2003 waren es bereits 188.000." Als Ideallösung sehen die Forscher eine Versicherungspflicht für die gesamte Wohnbevölkerung.
Entsprechend des Wandels der Erwerbsstruktur und Arbeitsmärkte erwarten die Forscher eine weitere Steigerung der nicht versicherten, wenn nicht gegengesteuert wird. Die Aussage der Forscher zur Zeit seien noch über 99 Prozent der Bevölkerung in Deutschland krankenversichert und die angegebene Zahl von insgesamt 188.000 nicht krankenversicherten Personen, stützen sich dabei auf eher konservative Schätzungen: Kassenexperten sprachen im Frühjahr bereits von 200.000 bis 300.000 Fällen.

Unabhängig davon wie viele Menschen tatsächlich betroffen sind, sehen die Forscher als wirkungsvolle und umfassende Lösung nur eine Krankenversicherungspflicht für die gesamte Wohnbevölkerung. "Diese Maßnahme dürfte jedoch nur schwer durchzusetzen sein", vermuten die Gesundheitsökonomen. "Alternativ könnte der Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung für einzelne Personengruppen vorgeschrieben oder erleichtert werden. Außerdem könnte den Privaten verboten werden, Versicherungsnehmer abzulehnen."

Die Studie: Stefan Greß, Anke Walendzik, Jürgen Wasem: Nichtversicherte Personen im Krankenversicherungssystem der Bundesrepublik Deutschland – Bestandsaufnahme und Lösungsmöglichkeiten, Expertise für die Hans-Böckler-Stiftung, Oktober 2005



(21.12.2005)

Verweise zu diesem Artikel:
Der komplette Böckler-impuls-Artikel
Die Grafik hochauflösend laden (zip-Archiv mit tif- und eps-Version)

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