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Versicherungs-News (Archiv)

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Sozialversicherung
Ausstellungsmacher dürfen nicht in die KSK 
Wer Ausstellungen konzipiert und gestaltet, übt keinen künstlerischen oder publizistischen Beruf aus und wird nicht in die Künstlersozialversicherung aufgenommen. Mit diesem Urteil vom 26.1.2005, das jetzt veröffentlicht wurde, zerstörte des Bundessozialgericht (BSG) die Hoffnungen dieser Berufsgruppe auf eine bezahlbare Sozialversicherung. Ausstellungsmacher seien zwar "intensiv schöpferisch", nicht aber "spezifisch künstlerisch" tätig, urteilte das Gericht.

Im vorliegenden Fall ging es um einen Diplom-Forstwirt, der freiberuflich Naturausstellungen und Umweltbildungsprogramme konzipierte und realisierte. Dazu gehörte eine Vielzahl gestalterischer und publizistischer Tätigkeiten: Er entwarf und gestaltete Ausstellungsobjekte sowie Text- und Bildelemente selbst, formulierte naturwissenschaftliche Ausstellungstexte und schrieb die Texte für Begleit- und Informationsmaterialien, deren Gestaltung er ebenfalls übernahm.
Reicht aber alles nicht für die Künstlersozialkasse (KSK), sagte das BSG: Soweit für diese Aufgaben "kreativ-gestalterisches Arbeiten" verlangt werde, seien die "eigenschöpferisch-künstlerischen Elemente" nur von untergeordneter Bedeutung – schließlich gehe es bei den Ausstellungen "nicht um das Zusammenwirken von Intuition, Phantasie und Kunstverstand als Ausdruck der individuellen Persönlichkeit des Künstlers, sondern um die Darstellung und Vermittlung von Wissen zu einem ökologischen oder naturkundlichen Thema". Die Ausstellungen hätten somit "keine eigenständige künstlerische Leistung zum Inhalt, sie zielen vielmehr auf Wissensvermittlung ab".
Ebenso wie eventuell vorhandene künstlerische Aspekte seien auch die publizistischen Anteile dieser Tätigkeit nicht prägend für ihr Gesamtbild und rechtfertigten damit keine Aufnahme in die KSK, stellte das Gericht fest. Und verallgemeinerte vorsorglich: "Viele Berufe weisen – mehr oder weniger – eigenschöpferische Gestaltungselemente auf; diese Elemente machen sie aber noch nicht zu künstlerischen Berufen."
Eine Hintertür hat das BSG den Ausstellungsmachern allerdings offen gehalten: Es wies ausdrücklich darauf hin, dass bestimmte Kunstausstellungen auch als solche den Charakter von Kunstwerken haben könnten, und dass insbesondere historische und zeitgeschichtliche Ausstellungen, mit denen "eine bestimmte Aussage getroffen" werden soll, insgesamt dem Bereich der Publizistik zuzuordnen seien. In beiden Fällen wäre die Tätigkeit einer Ausstellungsmacherin, die sich auf die künstlerischen bzw. publizistischen Aspekte konzentriert, eine Tätigkeit im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes.

(14.05.2006)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext

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