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Allgemeine News (Archiv)

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Existenzgründungsförderung
Ich-AG braucht erschwingliche Sozialversicherung 
Wenn Ich-AGs scheitern, ist der Grund in vier von zehn Fällen, dass es für kleine Selbstständige keine erschwingliche soziale Absicherung gibt. Das ist ein Ergebnis der Studie "Existenzgründung aus Arbeitslosigkeit", die jetzt die Hans-Böckler-Stiftung veröffentlichte. Insgesamt aber sind von der Arbeitsagentur geförderte Gründungen nach der Studie besser als ihr Ruf: Von hundert befragten Gründern und Gründerinnen waren nach anderthalb Jahren nur zwölf wieder arbeitslos - aber 45 verdienten mit 35 oder mehr Wochenstunden genauso viel oder sogar mehr als in ihrem letzten festen Job.

Befragt hatten die Autorinnen Susanne Noll und Frank Wießner Anfang 2005 insgesamt 6.000 Menschen, die sich im dritten Quartal mit Überbrückungsgeld oder Existenzgründungszuschuss selbstständig gemacht hatten – und fanden das Vorurteil, solche Gründungen mündeten zwangsläufig in prekärer Erwerbstätigkeit, keineswegs bestätigt. Im Gegenteil: Obwohl 80 Prozent der Befragten als Grund für die Existenzgründung angaben, sie hätten nicht mehr arbeitslos sein wollen, hatte anderthalb Jahre später erst ein Viertel wieder aufgegeben – und von denen hatte jeder zweite ein neues Arbeitsverhältnis (in der Regel freilich schlechter bezahlt als die letzte feste Stelle). Und selbst von denen, die weniger als 35 Stunden pro Woche arbeiteten, verdienten 31 Prozent mehr als in der letzten Festanstellung.
Dennoch sind solche Gründungen bei mangelhafter Vorbereitung riskant: Neun Prozent der Befragten beendeten das Experiment Selbstständigkeit mit Schulden. Bei denen, die aufgaben, standen drei Gründe im Vordergrund: Auftragsmangel bzw. zu wenige Kunden (69%), Finanzierungsengpässe (52%) und "unterschätzte Kosten für soziale Absicherung" (41%).
Fazit der Studie: Entscheidend für den Erfolg einer Förderung sei es, Gründungswillige entsprechend ihren Kenntnissen und Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Zudem bräuchten angehende Unternehmer "ein Mindestmaß an sozialer Absicherung zu erschwinglichen Preisen".

(18.05.2006)

Verweise zu diesem Artikel:
Kurzfassung der Studie im Hans-Böckler-Impuls (pdf)

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