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Rechts-News (Archiv)

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Gesellschaftsformen
Bei 80 Prozent aller Limiteds ist was faul 
Wenn in Deutschland und für Geschäfte in Deutschland Unternehmen nach der englischen Gesellschaftsform "Limited" gegründet werden, dann ist die Gründung in 80 Prozent der Fälle "rechtsfehlerhaft, steuerlich bedenklich oder erfüllt nicht die Vorgaben für eine deutsche Zweigniederlassung". Das teilte das Unternehmen "Firmenwelten" am 14. Mai in einer Pressemitteilung mit.

Nach Angaben von "Firmenwelten" ist inzwischen jede vierte Firmengründung in Deutschland eine Limited, die wegen ihrer angeblichen Haftungsfreiheit ohne Grundkapital vor allem bei allen möglichen Schlaubergern, Hobbyunternehmern und unseriösen Geschäftemachern beliebt geworden ist. Diverse Internetfirmen bieten Limited-Gründungen "zum Komplettpreis von 259 Euro" an, meist ohne auf die zahlreichen Pflichten einer solchen Gesellschaft in England hinzuweisen, deren Erfüllung jedes Jahr weit höhere Gebühren kostet – und deren Nicht-Erfüllung die Auflösung der Gesellschaft und strafrechtliche sowie finanzielle Sanktionen nach sich ziehen kann, die ganz schnell auch das Privatvermögen des Geschäftsführers betreffen können.
Die Kritik von "Firmenwelten" an "unseriösen Limited-Anbietern" deckt sich mit der Kritik von mediafon an der Limited-Hype. Wobei nicht verschwiegen werden soll, dass "Firmenwelten" auf diese Kritik schon wieder ein neues Geschäftsmodell aufgebaut hat: Allen Limited-Inhabern, die wegen solcher Gründungsfehler Probleme bekommen oder befürchten, bietet das Unternehmen ein "Rettungspaket für Limiteds" an. Kostet nur 499 Euro. Im Jahr.

Am 18. Juni legte Firmenwelten in einer weiteren Pressemitteilung nach: Demnach sind knapp ein Viertel der Limiteds in deutscher Hand, die wegen schwerer Verstöße gegen englisches Recht aus dem Handelsregister gelöscht wurden oder gelöscht werden sollen. Laut Firmenwelten wissen viele Limited-Besitzer nichts davon, dass ihre Limited von der Gründungsagentur nicht ordentlich verwaltet wird. Tatsache sei: "Gegen alle betroffenen Gesellschafter und Geschäftsführer wird strafrechtlich ermittelt. Unabhängig davon sind Geldstrafen in Höhe von bis zu 5.000 Pfund, mehr als 7.300 Euro, die Regel. Was schlimmer ist: Unternehmen, die in England gelöscht sind, verlieren immer auch in Deutschland ihren Haftungsausschluss."
Nach Auffassung britischer Behörden sei das "Limited-Chaos" auch eine Folge der Gründungen der Limiteds durch Billiganbieter in Deutschland. So habe der "angebliche deutsche 'Marktführer' in Birmingham über eine Briefkastenadresse mehr als 16.000 Limiteds registriert, die sich immer mehr als 'Zeitbomben' entpuppen."

(aktualisiert: 19.6.06)

(19.05.2006)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur "Limited"
"Firmenwelten"-Pressemitteilungen vom 14. Mai 06
"Firmenwelten"-Pressemitteilungen vom 18. Juni 06

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