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Allgemeine News (Archiv)

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Zwischen Privileg und Prekarität
Neue Studie zu Solo-Selbstständigen 
Zentrale Ergebnisse des DFG-Projekts "Neue Formen von Selbstständigkeit in Kulturberufen" präsentiert die aktuelle Studie "Flexible Wissensarbeit: AlleindienstleisterInnen zwischen Privileg und Prekarität" von Dr. Sigrid Betzelt.

In dem rund 70 Seiten umfassenden lesenswerten Haupttext finden sich detaillierte erwerbssoziologische Analysen zur Selbstständigkeit in der Medien- und Kulturindustrie, eine umfassende Darstellung der Befunde zu ihrer Arbeits- und Lebensweise. Betzelt kommt hier in Bezug auf Solo-Selbstständige unter anderem zu den Schlüssen:
  • Sie sind eine besonders expansive Gruppe auf dem Arbeitsmarkt.
  • Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie außer einem Computerarbeitsplatz in der Regel kaum über Betriebsvermögen, sondern nur über das Humankapital ihrer Arbeitskraft verfügen.
  • Sie arbeiten mit tendenziell „entgrenzten“, großteils langen Arbeitszeiten.
  • Sie müssen sich in meist nur schwach regulierten Märkten behaupten. Ihre Einkommen unterliegen dabei unmittelbar den Marktschwankungen und bewegen sich - trotz des hohen Qualifikationsniveaus - häufig eher am unteren Ende der Einkommensskala.
  • Die seit Jahren steigende Attraktivität der Alleinselbständigkeit ist - neben einem überlasteten Arbeitsmarkt - auf den Autononomiegewinn zurückzuführen, den Solo-Selbstständige in dieser Erwerbsform empfinden.

Insbesondere durch die Erhebungen zum letzten Punkt hebt sich die Studie erfreulich deutlich ab von dem Mainstream der deutschen Arbeitssoziologie, der Solo-Selbstständige noch immer in erster Linie als Opfer fremdbestimmter Veränderungen der Arbeitsbedingungen sieht. Dass dabei die in den modernen Arbeitsformen enthaltenen individuellen Gestaltungsspielräume meist als "Selbsttäuschung" und "Selbstausbeutung" gesehen werden, hat für Betzelt "einen gewissen paternalistischen Beigeschmack." Zumindest für die hoch qualifizierten flexiblen "WissensarbeiterInnen“ greife dies zu kurz.

(02.06.2006)

Verweise zu diesem Artikel:
Die Studie als PDF (ca. 1 Mb)

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