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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Elterngeld
Kind im nächsten Jahr? Steuerklasse wechseln! 
Ehepaare, die im nächsten ein Kind bekommen und von denen der abhängig beschäftigte Teil anschließend zu Hause bleiben will, um sich um das Kind zu kümmern, sollten sofort ihre Steuerklassen auf den Lohnsteuerkarten ändern lassen. Denn das Elterngeld, das dann gezahlt wird, richtet sich nach dem Nettolohn. Und den kann man durch richtige Wahl der Steuerklasse (und Eintragung aller möglichen Freibeträge) erhöhen.

Diese Regel gilt auch für Selbstständige, die sich bisher noch nie um ihre Lohnsteuerkarte gekümmert haben: Wer als abhängig Beschäftigter (bisher ohne Kinder und besondere Freibeträge oder Belastungen) brutto 4.000 Euro im Monat verdient und von der Lohnsteuerklasse IV (selbstständige Partnerin ebenfalls IV) in die Lohnsteuerklasse III (Partnerin dann V) wechselt, steigert damit seine monatliche Nettoauszahlung um fast 400 Euro, was zu einem Plus beim Elterngeld von rund 260 Euro im Monat führt!

Die weniger gezahlten Steuern werden im folgenden Jahr beim Lohnsteuerjahresausgleich wieder ausgeglichen; das höhere Elterngeld kann man aber behalten. Und auf die selbstständige Partnerin bleibt das Ganze ohne Auswirkungen, da ihre Steuerbelastung ohnehin erst im neuen Jahr unabhängig von der Lohnsteuerklasse berechnet wird. Der Wechsel der Steuerklasse lohnt sich auf jeden Fall, sofern der abhängig beschäftigte Elternteil zu Hause bleiben will. Und zwar unabhängig davon, wer von beiden mehr Geld verdient!

Aber Vorsicht: Der Wechsel muss frühzeitig erfolgen! Denn maßgeblich für das Elterngeld ist der durchschnittliche Nettolohn in den zwölf Monaten vor der Geburt. Ein Wechsel unmittelbar vor der Geburt bringt also nichts mehr – und ein rückwirkender Wechsel ist nicht möglich. Die Änderung der Lohnsteuerklasse muss man beim Einwohnermeldeamt (Bürgerbüro) oder Finanzamt beantragen; sie ist nur einmal im Jahr möglich und gilt ab dem nächsten Monatsersten.

Und wer bei dieser Gelegenheit entdeckt, dass er Anspruch auf bestimmte Freibeträge hat (z.B. als Behinderter, für Kinderbetreuung oder wegen doppelter Haushaltsführung) hat, die auf der Lohnsteuerkarte noch nicht eingetragen sind, sollte das schnellstens nachholen: Auch das erhöht den Nettolohn und damit das Elterngeld.

Wo das Elterngeld an den selbstständigen Elternteil fließen soll, sollte dieser versuchen, seine Einkommensteuervorauszahlungen (durch Verweis auf eventuelle Einnahmerückgänge oder erhöhte Ausgaben) senken zu lassen. Denn bei Selbstständigen gilt als maßgebliches Einkommen der Gewinn abzüglich Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung abzüglich Einkommensteuervorauszahlungen.

Achtung! Die Rechtslage bezüglich der Berechnung des für das Elterngeld maßgeblichen Nettoeinkommens ändert sich zum 1.1.2013. Was dann zu tun ist, steht in einer neuen mediafon-Meldung vom 3.8.2013.


Diese und alle weiteren Informationen zu Komplikationen und Leistungen rund ums Kinderkriegen – nicht nur für Selbstständige, sondern auch für Arbeitnehmerinnen und auf Produktionsdauer Beschäftigte – enthält die neue Version des mediafon-Ratgebers "Wenn Selbstständige Kinder kriegen", der seit Ende 2006 zum Download bereit steht.

Rüdiger Lühr: Wenn Selbstständige Kinder kriegen
mediafon-Ratgeber zu Mutterschafts-, Elterngeld und weiteren Leistungen

Rechtsstand: 1. Januar 2007
PDF-Datei, 21 Seiten DIN A 4, 101 KB

(aktualisiert am 1.2.07)

(18.11.2006)

Verweise zu diesem Artikel:
Ausführliches mediafon-Papier zum Elterngeld

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