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Allgemeine News (Archiv)

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Weiterbildung:
Lehrkräfte sind weit überwiegend selbstständig 
In der Ausgabe vom 24. Juli berichtet heute im bundestag (hib) über eine Antwort der Bundesregierung zur Situation in der Bildungsbranche. Die von der Linken gestellten Fragen konnten darin nur teilweise und nicht aktuell beantwortet werden. Klar wird jedoch, dass der Anteil der Selbstständigen in der Bildungsbranche seit Jahren stetig steigt. In der Weiterbildung waren demnach 2005 - dem letzten Stand einer Untersuchung zum Thema - bereits knapp drei Viertel der Lehrenden im Bereich auf Honorarbasis, weitere 10 Prozent ehrenamtlich tätig. Nur 14 Prozent der Lehrenden waren fest angestellt.

Die proportionale Zunahme der selbstständigen Honorarkräfte, die vor allem auf einer Abnahme der Angestellten beruht, wurde - so die Regierungsantwort - bislang nur in Teilbereichen genauer untersucht. Demnach weist insbesondere die Volkshochschulstatistik für den Zeitraum zwischen 2000 und 2005 eine Stagnation der Honorarkräfte aus. Hier fand eine Zunahme um weniger als ein Prozent auf nun 197.182 Personen statt. Bei den Angestellten nahmen gleichzeitig die auf Vollzeit-Stellen ungerechneten Arbeitsplätze um 4,1 Prozent ab. Wegen der unvollständigen Datenlage, so die Regierung, sei eine Bewertung der Entwicklungen nicht möglich, jedoch stellt sie fest, es werde der Abbau fester Stellen "zumindest im Westen Deutschlands offenbar teilweise durch Honorarkräfte kompensiert", auch bei den freien Trägern sinke die Zahl der Angestellten kontinuierlich.

Bei den Honoraren verweist die Regierung ebenfalls auf eine mangelnde Datenlage, die keine Aussagen zur Entwicklung möglich machten. An anderer Stelle der Antwort deutet sie jedoch an, wohin sich die Einkommen der Bildungs-Selbstständigen bewegen. Mit Verweis auf eine Evaluation des Innenministeriums zu Integrationskursen wird festgestellt: "dass von den Kursträgern zur Kostendeckung eine Reduktion der Lehrkräftevergütung von 2 Euro pro Stunde durchgeführt wurde". Die wirtschaftliche Lage der Bildungsanbieter habe sich laut den Ergebnisses der Begleitforschung zu den Hartz-Gesetzen "eher verschlechtert".

In der Antwort verstecken sich zudem einige weitere interessante Details. So kommt etwa die genannte Untersuchung aus dem Jahr 2005, die das Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung durchführte, zu dem Ergebnis, dass nur etwa mehr als ein Drittel der Lehrkräfte hauptberuflich in der Weiterbildung beschäftigt sei. - Zieht man den Anteil der Angestellten ab, kann also nur gut jede fünfte Honorarkraft allein vom erteilten Unterricht leben.

Nicht in der Antwort finden sich die Daten einer Untersuchung vom März 2006, die in der Reihe "Fakten" des Deutschen Institut für die Erwachsenenbildung erschien. Hier kommt die Autorin Susanne Kraft zu einem Ergebnis, das der Titel knapp benennt: Umbrüche in der Weiterbildung - dramatische Konsequenzen für das Weiterbildungspersonal". Laut dieser Untersuchung führt der Umbau der Weiterbildung zu einem extremen Sparzwang der Weiterbildungseinrichtungen. - Als Konsequenz nennt die Studie verschlechterte Arbeits- und Honorarbedingungen und zeigt in einer Grafik auf Seite 4 deutlich, dass insbesondere seit 2002 in der Weiterbildung massiv Angestellte abgebaut werden. Kraft zitiert dabei unter anderem eine Pilotstudie des damaligen Bildungs- und Wissenschaftsministeriums. Demnach waren im Jahr 2004 nur noch sechs Prozent der befragten Lehrkräfte fest angestellt. Unter den 90 Prozent Honorarkräften, bezeichnete nur ein Zehntel die Lehrtätigkeit als Hauptberuf und trotzdem hatte für knapp ein Drittel das Einkommen existenzielle oder große Bedeutung hat. - Diese Personen seien "von den aktuellen Umbrüchen in der Weiterbildung besonders betroffen". Und andes als die Regierung wagt die Untersuchung von Kraft auch eine deutliche Aussage zu den Honoraren. Wenngleich hier keine systematisch erhobenen Daten vorlägen, zeige sich an Beispielen, "dass die Mittelkürzungen der BA und die Einbrüche in der Weiterbildung mit massiven Honorarkürzungen einhergehen und die Honorare im freien Fall in den Keller gehen."

(25.07.2007)

Verweise zu diesem Artikel:
Die Regierungsantwort (8 Seiten, PDF)
Die Kleine Anfrage (4 Seiten, PDF)
hib-Meldung
Volkshochschul-Statistik 2005

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