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Gema will für Urheber gegen PC-Industrie klagen 
Die Gema, die die Urheberrechte der Komponisten, Textautoren und Musikverleger vertritt, hat angekündigt, gegen die Hersteller und Importeure von Computern zu klagen. Damit soll die Geräteindustrie dazu gebracht werden, Urhebern und Rechteinhabern die ihnen für Privatkopien zustehenden Ansprüche zu erfüllen.

Mit der Ankündigung den Rechtsweg einschlagen zu wollen reagiert die Verwertungsgesellschaft auf die Reaktion der Industrie auf den Vorschlag zur Urhebervergütung, den die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) Ende Juli gemacht hatte. Darin wurde zum Streit zwischen der Zentralstelle für private Überspielungsrechte und PC-Herstellern festgestellt, dass es angemessen sei, rückwirkend ab dem Jahr 2002 pro PC 15 Euro plus Mehrwertsteuer an die Urheber zu zahlen. Die Verbraucher dürften dann für diese Summe mit den Geräten Privatkopien von Bild- und Tonaufnahmen anfertigen. Den amtlichen Schiedsspruch lehnte der Herstellerverband Bitkom am 8. August per Presseerklärung strikt ab.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Verwertungsgesellschaft, Dr. Harald Heker, ist es ein Scheinargument der Geräteindustrie, dass eine Bezahlung der Rechteinhaber zu zusätzlichen Belastung der Verbraucher führe. Diese würden "von der Industrie bereits seit Jahren mit den den Rechteinhabern zustehenden Vergütungen belastet, die jedoch nicht an die Berechtigten abgeführt, sondern zur Steigerung ihrer Gewinne verwendet werden", beschreibt Heker die Industriepraxis, Rücklagen für die mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin fälligen Zahlungen zu bilden. Zudem betont Heker die Vorteile, des eingespielten und kostengünstigen Systems, Urheber über Geräteabgaben zu bezahlen und dafür das Recht zu haben, private Kopien von geschützten Werken anzufertigen.

Die Industrie habe "geleitet von Gewinnmaximierung" kein Interesse an diesem System des fairen Ausgleichs zu dem die DPMA-Schiedsstelle ihren Vorschlag gemacht hatte. - Mit dem Zwang, nach einem langen Schiedsverfahren nun die Rechte gerichtlich durchsetzen zu müssen, bleibe den Kreativen der ihnen zustehende gerechte Lohn für ihre Arbeit auf Jahre verwehrt, konstatiert der Gema-Vorstand die missliche Lage, für die die Geräteindustrie die Verantwortung trägt.

(16.08.2007)

Verweise zu diesem Artikel:
Gema-Pressemitteilung

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=46c42f0a14f79&akt=news_allgemein_archiv&view=print&si=58d06673ceca9&lang=1
Druckdatum: 22.09.2017, 02:42:34