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Allgemeine News (Archiv)

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GEZ will Neusprech durchsetzen 
Diesen Eindruck muss jedenfalls bekommen, wer die Liste der Begriffe sieht, deren Verwendung die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) dem Portal akademie.de untersagen möchte. Per Abmahnung zur Unterlassung der Verwendung "nicht existenter" oder "falscher" Begriffe sollen 30 geläufige Begriffe zum Thema Rundfunkgebühr und GEZ aus dem deutschen Sprachschatz getilgt werden.

Um diese Form des Neusprech durchzusetzen, möchte die GEZ insbesondere keine Begriffe mehr sehen, diese Abkürzung einem anderen Wort voranstellen. Dazu zählt beispielsweise der populäre Begriff "GEZ-Gebühr", der - so die Sprachwächter aus Köln - "gesetzliche Rundfunkgebühren" zu heißen hat. Ein enormes Potenzial für weitere GEZ-Abmahnbriefe. - pardon: Schreiben der GEZ mit deren Hilfe ein gesetzlicher Anspruch gemäß §12 UWG in Verbindung mit §§1004 und 823 BGB geltend gemacht wird - spuckt doch Google den inkriminierten Begriff immerhin 225.000 mal aus.

Eine der Abmahnungen kann die GEZ dann auch gleich gegen sich selbst richten, verweist sie doch auf ihrer Homepage unter dem Schriftzug GEZ auf ein Kapitel namens Gebühren. Dem durchschnittlichen Betrachter, den Gerichten gerne zur Beurteilung von Sachverhalten heranziehen, drängt sich hier zweifellos der Eindruck auf, es gäbe neben GEZ-Aufgaben und GEZ-Service und einer GEZ-Institution auch so etwas wie eine GEZ-Gebühr.

akademie.de hat - so Spiegel online - die von der GEZ gesetzte Frist nun erst einmal ablaufen lassen und einstweilen um eine Präzisierung der Unterlassungserklärung gebeten. Die scheint mehr als nötig, denn laut akademie-Berechnung kommen die ungeliebten Begriffe allein im Internet rund 3.000 mal häufiger vor als die meist arg gestelzten Ersatzformulierungen der GEZ.

Bitter ist die "rabiate Imagepflege" (Spiegel online) der GEZ nicht nur für akademie.de: Der Gebührenzentrale scheint auch der Schaden für ihre Auftraggeber egal. - Bleibt zu hoffen, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten diese Posse der GEZ nicht nur zur Kenntnis nehmen sondern die damit verursachte Rufschädigung des öffentlich-rechtlichen Finanzierungssystems (und damit der Sender selbst) stoppen. - Als probate Mittel bieten sich hier Abmahnung und Unterlassungserklärung an.

(24.08.2007)

Verweise zu diesem Artikel:
akademie.de zur GEZ-Abmahnung
spiegel-online zur GEZ-Abmahnung
heise-online zur GEZ-Abmahnung

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