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Rechts-News (Archiv)

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Urheberrecht
Doppeltes Buchhonorar bei unterbliebener Autorennennung 
Unterlässt es ein Verlag, den Verfasser eines Sachbuches auf dem Werk als Autor zu benennen, so hat dieser Anspruch auf eine Verdoppelung des vereinbarten Pauschalhonorars. Das entschied das Landgericht Köln in einem Urteil vom 29. November 2007. Ein Schadenersatz in dieser Höhe sei gerechtfertigt, um auf die andere Vetragsseite Druck auszuüben, sich vertragsgerecht zu verhalten, urteilte das Gericht.

Im vorliegenden Fall ging es um zwei Sachbücher mit den Titeln "Schenken und Erbschaft" und "Der Kaufmann", die im Discountbereich vertrieben werden sollten, und für die ein Pauschalhonorar von 7.500 bzw. 18.000 Euro vereinbart war. Obwohl es im Vertrag hieß "Der Autor wird an geeigneter Stelle genannt", unterließ der Verlag die Namensnennung. Der Autor forderte darauf hin Schadenersatz in Höhe des vereinbarten (und bereits bezahlten) Honorars von 25.500 Euro zzgl. Zinsen.
Zu Recht, wie das Gericht feststellte: Was im Fotobereich "verkehrsüblich" sei, müsse auch für andere Werkgattungen gelten, heißt es im Urteil, denn auch bei Sachbüchern komme der Nennung des Namens "im Hinblick auf den hierdurch zu erzielenden Werbeeffekt hohe Bedeutung zu". Insbesondere sei "nach der Lebenserfahrung davon auszugehen, dass die Autorennennung beim Leser nachwirken und insoweit auf zukünftige Kaufentscheidungen Einfluss haben kann". Eine Verdoppelung des vereinbarten Honorars als Schadenersatzleistung sei daher auch von der Höhe her gerechtfertigt.
Das Argument des Verlages, das vereinbarte Grundhonorar sei für den in Vergleich zum regulären Buchmarkt unattraktiven Discountbereich ohnehin schon unüblich hoch, wies das Gericht zurück. Dies treffe zum einen nicht zu, zum anderen sei bei der Höhe des Schadenersatzbetrages "der Gedanke der Prävention und des Verschuldens zu berücksichtigen": Es werde "eine billige Entschädigung geschuldet, die fühlbar sein muss" (Aktenzeichen 28 O 102/07).

(22.12.2007)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Reatgeber zum Recht auf Namensnennung

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