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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Arbeitnehmer
Vier Jahre Zeit für 'Lohnsteuerjahresausgleich' 
Wer (z.B. beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk) immer Lohnsteuer von seinen Honoraren abgezogen kriegt, hat künftig vier Jahre Zeit, um sich dieses Geld mittels einer "freiwilligen Steuererklärung" (früher: "Lohnsteuerjahresausgleich") vom Finanzamt zurückzuholen. Das geht aus dem Jahressteuergesetz 2008 hervor.

Bisher galt: Für Arbeitnehmer, die zwei Jahre nach Ende des Steuerjahres ihre "Steuererklärung auf Antrag" noch nicht abgegeben haben, ist die vom Arbeitgeber abgezogene Lohnsteuer endgültig verloren. Künftig jedoch beträgt diese Frist für die freiwillige Erklärung vier Jahre – erstmals für das Steuerjahr 2005. Wer für das Jahr 2005 eine Steuererstattung erwarten kann und die entsprechende Erklärung bisher noch nicht abgegeben hat, kann sich damit also noch bis Ende 2009 Zeit lassen.
Die bisherige Zwei-Jahres-Frist nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 wurde mit dem Jahressteuergesetz 2008 aus dem Einkommensteuergesetz gestrichen, so dass nun auch hier die allgemeine Festsetzungsfrist des Steuerrechts von vier Jahren "ab Ende des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist", gilt.
Aber Vorsicht: Diese Fristverlängerung gilt nur für die freiwillige Einkommensteuererklärung, die offiziell "Antragsveranlagung" heißt. Wer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet ist, etwa weil er neben den Einkünften mit Lohnsteuerabzug auch noch Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit hatte, muss die Erklärung weiterhin bis zum 31. Mai des Folgejahres abgeben. Sonst droht ein Verspätungszuschlag von bis zu zehn Prozent der zu erwartenden Steuer.

Update 2011: In der ursprünglichen Version dieser Meldung war die seinerzeit von zahlreichen Steuerexperten vertretene Meinung wiedergegeben worden, die allgemeine Festsetzungsfrist von vier Jahren verlängere sich in diesem Fall um weitere drei Jahre, die Frist für die "Ablaufhemmung", so dass man sich am Ende mit der Steuererklärung sieben Jahre Zeit lassen könne. Diese Auffassung hat der Bundesfinanzhof jedoch am 14.4.2011 mit seinem Urteil VI R 53/10 verworfen – jedenfalls soweit es um "freiwillige" Steuererklärungen geht. Damit gilt hier endgültig eine Frist von vier Jahren nach Ablauf der jeweiligen Steuerjahres – später eingehende "Antragsveranlagungen" brauchen die Finanzämter auch künftig nicht mehr zu berücksichtigen.

(26.01.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
mediafon-Ratgeber zum Thema "Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

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