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Allgemeine News (Archiv)

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Armutsbericht der Bundesregierung auf dem Weg 
Sozialminister Olaf Scholz hat am 20. Mai Kernaussagen des Entwurf des dritten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung vorgestellt. Erste Einzelheiten des erst danach veröffentlichten Entwurfs des Gesamtberichts wurden am Vortag durch ein "Bild am Sonntag"-Interview mit Scholz bekannt. Der Bericht, der ein Anwachsen von Armut und Reichtum konstatiert, bezieht sich auf den Stand des Jahres 2005: Neuere statistische Zahlen lagen - wie bei den vorhergehenden Berichten - nicht vor.

Die Definition der Armut in dem Bericht entspricht der EU-Definition: Wer weniger verdient als 60 Prozent des mittleren Einkommens gilt als arm. Das sind demnach alle diejenigen, die monatlich weniger als 781 Euro netto haben. Mithin jeder und jede Achte in Deutschland. 26 Prozent und damit doppelt so viele wären es, wenn man staatliche Transferleistungen wie ALG II, Wohn- oder Kindergeld nicht berücksichtigt. Diese Personen gelten als "von Armut bedroht". Rechnet man die Sozialtransfers nicht mit ein liegt Deutschland mit den "Primäreinkommen" im Europa-Vergleich am unteren Ende. Als reich gelten übrigens knapp 9 Prozent: Jene Personen, die als Single mehr als 3418 Euro netto monatlich haben. "Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet", konstatiert Minister Scholz zu der Tatsache, dass neben der Zahl der Armen auch die der Reichen gegenüber dem letzen Bericht gestiegen ist.

Wie in den früheren Berichten wird die Situation Selbstständiger nicht wirklich differenziert aber schon ein klein wenig ausführlicher betrachtet. Wurde noch im zweiten Armutsbericht für die Jahre 1998 bis 2003 noch pauschal ein sinkendes und unterdurchschnittliches Armutsrisiko Selbstständiger festgestellt, die ein durchschnittliches Vermögen von 300.000 Euro haben, wird im Dritten Armutsbericht auch gesehen:
  • Niedrige Alterseinkommen und Altersarmut sind auch eine Folge selbstständiger Tätigkeiten.
  • Eine gescheiterte Selbstständigkeit ist bei gut jeder und jedem 10ten - und damit am dritthäufigsten - der Auslöser einer Überschuldung.
  • Selbstständige sind nicht Selbstständige: Mit maximal einem Beschäftigten gehören sie in die Gruppe der Menschen mit einem mittleren Berufsstatus, mit mehreren Angestellten haben sie einen hohen Berufsstatus.
aktualisiert 28.5.: Ergänzung um die Aussagen zu Selbstständigen.

(20.05.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
Link zum Berichtsentwurf (PDF, 413 Seiten)
Eckdaten des Entwurfs (PDF, 30 Seiten)

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