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Rechts-News (Archiv)

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Urheberrecht
300 Euro für geklautes eBay-Foto 
Auch Produktfotos für eBay-Auktionen sind urheberrechtlich geschützt. Als Schadenersatz für den Klau solcher Fotos hält das Landgericht Düsseldorf 300 Euro pro Bild für angemessen. Dabei hat es – anders als kürzlich der Bundesgerichtshof – ohne Abstriche die Honorarübersicht der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM) zu Grunde gelegt.

In dem Fall, den das Landgericht (LG) in einem jetzt veröffentlichten Urteil am 19.3.2008 entschieden hat, ging es um fünf Fotos aus einem Onlineshop, die der Betreiber eines anderen Onlineshops kopiert und ohne Erlaubnis für zwei eigene Auktionen auf eBay genutzt hatte. Ohne auf die Qualität und Gestaltungshöhe der Fotos einzugehen, stufte das LG die Fotos als "Lichtbilder" ein, die nach § 72 UrhG genauso wie "Lichtbildwerke" geschützt sind, und stützte sich daher bei der Ermittlung der Schadenersatzhöhe auf die MFM-Honorarübersicht, die für die Nutzung von Fotos für einen Monat im Internet 100 Euro Honorar vorsieht. Für die Nutzung in der zweiten eBay-Auktion setzte es einen Zuschlag von 50 Prozent an. Darüber hinaus hielt es nach der gängigen Rechtsprechung einen Honoraraufschlag von 100 Prozent für den Fotografen für gerechtfertigt, da dieser nicht als Urheber genannt worden war. Eine Prüfung, wie sie kürzlich der Bundesgerichtshof verlangt hatte, ob die MFM-Honorare im konkreten Fall tatsächlich marktüblich sind, nahm das Gericht nicht vor.
Die Urheberrechtsverletzung war nach Ansicht des LG fahrlässig und damit schuldhaft, da der Verletzer die "strengen Anforderungen" des Urheberrechts an die Sorgfaltspflicht nicht beachtet habe: "Verwerter müssen sich grundsätzlich umfassend und lückenlos nach den erforderlichen Rechten erkundigen. Dies ist vorliegend nicht der Fall gewesen." (Aktenzeichen 12 O 416/06)

(27.06.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zum Urheberrechtsklau im Internet

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