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Rechts-News (Archiv)

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Urheberrecht
EU Parlament will längeren Schutz für Musikaufnahmen 


Das EU-Parlament hat am 23. April für eine Verlängerung des Urheberrechtsschutzes für Musiker und Musikverwerter von 50 auf 70 Jahre gestimmt. Ursprünglich geplant und von der EU-Kommission vorgeschlagen war gar eine Verlängerung auf 95 Jahre. Eine entsprechende Richtlinie soll zudem Studiomusikern das Anrecht auf 20 Prozent der Einnahmen der Plattenlabels sichern.


Mit der Richtlinie soll vor allem verhindert werden, dass ausübende Künstler im hohen Alter plötzlich keine Einnahmen mehr aus ihren Werken bekommen. Auch die Plattenfirmen sollen so einen Ausgleich für die rapide sinkenden Einnahmen aus CD-Verkäufen erhalten. Nach heutigem deutschen Recht wären beispielsweise die Aufnahmen der Beatles im Hamburger Starclub aus dem Jahre 1961 in zwei Jahren "gemeinfrei" und könnten dann von jedermann kopiert und verkauft werden. Der heute 67-jährige Paul McCartney würde daraus dann keine Tantiemen mehr bekommen. Weiterhin sollen Künstlerinnen und Künstler ihre Rechte nach 50 Jahren zurückfordern können, wenn die Produzenten keine Aufnahme veröffentlichen. - Während die Kommission die Filmschaffenden vergessen hatte, forderte das EU-Parlament nun auch, bis 2010 zu prüfen, ob im Bereich der Filmwirtschaft ebenfalls eine zeitliche Ausweitung des Urheberschutzes notwendig ist. Eine Maßnahme, die die Kommission wiederum begrüßt. Im nächsten Schritt muss nun der EU-Rat entscheiden, ob er dem Votum von Kommission und Parlament folgen will.
Für den EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy ist dies als Schutzmaßnahmen notwendig, mit der unter anderem Altersarmut bei Studiomusikern bekämpft werden kann. Für den Kommissar ist der Urheberrechtsschutz für Künstler das moralische Recht, die Nutzung ihrer Arbeit zu kontrollieren und damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Es sei "ein wichtiger Grundsatz, dass alle Kunstschaffenden – Autoren und Interpreten - eine angemessene Vergütung erhalten", daher gebe es keinen Grund dass Werke von Musik-Komponisten bis 70 Jahre nach ihrem Tod geschützt sein sollen, die Leistung der Sänger oder Musiker jedoch nur 50 Jahre ab Veröffentlichung ihres Werks. Da dieser Zeitraum oft nicht einmal die Lebensdauer des Künstlers erfasse, würden in den kommenden zehn Jahren Tausende europäischer Künstler keine Lizenzeinnahmen mehr für die Werke der späten Fünfzigern und Sechzigern Jahre bekommen. Die Folgen beträfen insbesondere "Tausende von anonymen Studiomusikern, die bei der Herstellung von Schallplatten mitwirkten" und deren einzige Altersversorgung häufig diese Lizenzeinnahmen seien.

(28.04.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung der EU-Kommission

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