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Allgemeine News (Archiv)

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Studentische Gründungsbereitschaft erfragt 
Laut Bundesbildungsministerium (BMBF) können sich über 50 Prozent der Studierenden "vorstellen, später ein Unternehmen zu gründen oder selbstständig tätig zu sein". Das habe eine Online-Befragung von über 15.000 Studierenden an 37 Hochschulen ergeben. Dabei sei das Interesse von Frauen an Unterstützung und Qualifizierung durch die Unis höher als das der männlichen Kommilitonen.

In der vom Ministerium zitierten "FACE-Studierendenbefragung" (Female Academic Entrepreneurs), die insbesondere die geschlechterspezifische Unterschiede und Unterstützungswünsche bei gründungsbereiten Akademikerinnen und Akademikern untersucht, lautet die Aussage ein klein wenig anders. Demnach schließen rund 60 Prozent der Studierenden nicht aus, irgendwann einmal selbstständig zu werden. Und unter diesen so genannten Gründungsoffenen variiert die potenzielle Gründungsbereitschaft je nach angestrebtem Beruf erheblich. Wenig überraschend dominiert sie bei einer Ausbildung im Bereich wissensintensiver Dienstleistungen wie Kultur, Unterricht, Medizin, Beratung und Medien. - Dass die Nicht-Ablehnung einer Gründung aber nicht unbedingt den Willen zur Selbstständigkeit meint, zeigen weitere Ergebnisse: So haben die meisten "Gründungsoffenen" vor, erst einmal fünf Jahre abhängig zu arbeiten und für knapp 60 Prozent der Befragten ließe eine attraktive Anstellung den Gedanken an eine Selbstständigkeit völlig schwinden. - Die Gruppe der "Gründungsentschlossenen" hingegen ist mit 7,3 Prozent eher gering. Addiert man dazu die 1,2 Prozent, die bereits Gründungsschritte ergriffen haben und die 4,5 Prozent, die bereits (nebenberuflich) unternehmerisch tätig sind, landet man nur knapp über der realen Selbstständigenquote der gesamten Erwerbsbevölkerung.

Neben interessanten Einzelerkenntnissen lässt die Studie leider vor allem wichtige Fragen offen. Die gewählte Methodik erlaubt es lediglich, die Vorstellungen der Befragten zu interpretieren, auf einen Abgleich mit der Realität wird verzichtet. Das mag für den Ansatz des Auftraggebers BMBF genügen, den es sichtlich freut "eine erfreulich breite Basis für Sensibilisierungs- und Mobilisierungsaktivitäten in Richtung akademisches Entrepreneurship unter den Studierenden an deutschen Hochschulen" als Studienergebnis vorzufinden. Das kann aber nur jene freuen, die die Erwerbsform in den Vordergrund stellen und von den Erwerbsbedingungen lieber nichts willen wollen. Die FACE-Studie würde andererseits bereits Sinn machen, würde sie als Anregung genutzt, Fragen zur Solo-Selbstständigkeit - die in den genannten Berufen dominiert - in den Vorlesungsbetrieb zu integrieren. Etwa durch Seminare zur Einkommensrealität, Verhandlungsführung und zur gemeinsamen Durchsetzung von Forderungen gegenüber Auftraggebern. Eine nachhaltige "Verbesserung des Gründungsklimas bei den wissensbasierten Dienstleistungen" die sich Bildungsministerin Annette Schavan wünscht, kann es nur durch die Verbesserung der Lebens- und Einkommensbedingungen Solo-Selbstständiger geben. Die aber steht offenbar zur Zeit nicht gerade im Zentrum von Politik und Forschung.

(28.07.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
BMBF-Mitteilung zur Studie
Studie 'Gründungspotenziale bei Studierenden' (PDF)

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