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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Krankengeld-Wahltarife - die Details 
Mehrere gesetzliche Krankenkassen haben ihre Wahltarife für Selbstständige und unständig Beschäftigte vorgelegt. Mit diesen kann eine längere Krankheit und für Versicherte der Künstlersozialkasse (KSK) ein Krankengeld vor der siebten Krankheitswoche abgesichert werden. Einige Kassen haben ihr Tarifmodell vorgestellt, andere lediglich Tarife angekündigt, ohne diese genau zu erläutern.

Die neuen Wahltarife werden von den gesetzlichen Kassen eingeführt, da der bisherige erhöhte Beitrag, der das Krankengeld sichert, mit Wirkung zum 1. Januar 2009 per Gesetz abgeschafft wird. Die Krankenkassen wurden aber gleichzeitig verpflichtet, Krankengeld-Wahltarife für Selbstständige und unständig Beschäftigte anzubieten. - Wie bei allen Wahltarifen der gesetzlichen Kassen ist der kleine Haken dabei: Ein Wechsel der Krankenkasse ist nach Vertragsabschluss für drei Jahre ausgeschlossen. Nach Meldung des Focus vom 14.12. soll diese Frist allerdings wieder verändert werden. Zudem plane die große Koalition, Unständig Beschäftigten wie "normale" Arbeitnehmer für deren einheitlichen Beitrag von 15,5 Prozent in die Versicherung einzubeziehen und damit Krankengeld ab dem ersten Tag zu gewähren.

Konkrete Bedingungen für den Wahltarif haben bislang erst einige gesetzliche Kassen vorgelegt. Ein Grund scheint zu sein, dass die Tarife erst noch von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden müssen. (Daher kann es gut sein, dass sich auch die konkreteren Angaben noch einmal verändern, wie dies Mitte November beim Barmer-Tarif für unständig Beschäftigte geschah.) Die späte Nennung von Tarifen und die zögerliche Kommunikation verärgert zurzeit - so die Anrufe bei mediafon - viele Betroffene. Und leider können auch wir über die im Folgenden genannten Informationen hinaus keine konkreten Tarifinformationen liefern. Allerdings aktualisieren wir die Anbieter-Liste, sobald wir neue Informationen erhalten.

Die Tarife unterscheiden sich in der Höhe erheblich – bei den Angeboten der Techniker-Krankenkasse zum Beispiel empfiehlt sich durchaus ein Vergleich mit einer privaten Krankentagegeldversicherung. Unterschiede sind im Wesentlichen der Tag, von dem an das Krankengeld gezahlt wird (ab dem 1., 15., 22. oder 43. Krankheitstag, bei Krankenhausaufenthalten eventuell schon früher) und die maximale Dauer der Zahlung.

Dass so wenige Kassen ihre Tarife preisgegeben haben und offenbar noch einmal eine Gesetzesänderung zum Thema ansteht, mahnt zur Ruhe: Ein Kassenwechsel sollte keinesfalls überstürzt erfolgen, denn damit ist man 18 Monate an die neue Krankenversicherung gebunden, bei einem Wahltarif gar 36 Monate. Da dürfte es Sinn machen noch abzuwarten, bis die Mehrzahl der Kassen ihre Tarif genannt hat. Und bei der Entscheidung ob und wann ein Wechsel Sinn macht sollte ebenfalls bedacht werden, dass die Kassen ab 2009 zwar einheitliche Beiträge aber weiterhin unterschiedliche Gesamtleistungsspektren haben werden. Insbesondere Fragen zur Geschäftsstellendichte, Bearbeitungsgeschwindigkeit und gemachte Erfahrungen sollten in die Entscheidung einbezogen werden. - Ein paar Euro zu sparen kann sonst im Krankheitsfall ziemlich nerveraufreibend werden. Und: Ein Wechsel in eine Privatversicherung, die viele Makler mit Panikmeldungen á la "Krankengeld für Selbstständige abgeschafft" propagieren, sollte noch genauer überlegt und verglichen werden. Insbesondere für Ältere oder chronisch Kranke kann das sehr teuer werden. Allerdings: Man kann – wenn man eine günstige findet – durchaus eine private Krankentagegeldversicherung abschließen und zugleich für die Krankheitskosten in seiner gesetzlichen bleiben.

Beim Vergleich der Krankengeld-Wahltarife ist insbesondere darauf zu achten, für wie lange das Krankengeld bezahlt wird. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es Krankengeld wegen ein und derselben Krankenheit für bis zu 78 Wochen in einem Zeitraum von drei Jahren; im Wahltarif zahlen einzelne Kassen jedoch oft weniger, z.B. maximal 52 Wochen (IKK Baden-Württemberg) oder gar nur höchstens 12 Wochen innerhalb von drei Jahren (TK Startup). Das ist für eine schwere oder chronische Erkrankung auf jeden Fall zu wenig, vor der Existenzgründer ja bekanntlich auch nicht gefeit sind.



Die uns bislang bekannten Wahltarife gesetzlicher Kassen für das Krankengeld:



(aktualisiert: 17.12.08)

(30.11.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
mediafon-Meldung vom 10.8. zum Krankengeld

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