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Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Steuerwissen
Umsatzsteuer nicht zu früh bezahlen! 
Widersprüchliche Regelungen im Umsatzsteuergesetz zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Umsatzsteuer und der Abziehbarkeit der Vorsteuer führen dazu, dass etliche Selbstständige einen Teil ihrer Umsatzsteuerschuld zu früh erklären und bezahlen. Eine Klarstellung aus aktuellem Anlass von mediafon.

Der Normalfall bei der Umsatzsteuer heißt: Maßgeblich ist das Rechnungsdatum. Wenn ich eine Rechnung schreibe, muss ich den darauf ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag an das Finanzamt abführen – auch wenn ich das Geld dafür noch gar nicht bekommen habe. Und wenn ich eine Rechnung bekomme, kann ich die darauf ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen – auch wenn ich den Betrag noch gar nicht bezahlt habe. Dieses Verfahren heißt: Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten.
Weil man dabei aber oft Geld an das Finanzamt abführen muss, das man noch gar nicht bekommen hat, erlaubt § 20 UStG alternativ die Berechnung nach vereinnahmten Entgelten: Wer Freiberufler ist oder im letzten Jahr höchstens 250.000 (neue Bundesländer für 2009 noch 500.000) Euro Umsatz gemacht hat, braucht die Steuer erst dann in seiner Umsatzsteuervoranmeldung bzw. -erklärung zu schreiben, wenn die Rechnung bezahlt, das Geld also auf dem Konto eingegangen ist.
Und das gilt dann analog auch die die Vorsteuer? Sollte man denken – ist aber nicht so: Vorsteuer darf ich nach § 15 UstG grundsätzlich aus allen Vorgängen abziehen, für die mir bereits eine Rechnung vorliegt. Auch wenn ich sie noch gar nicht bezahlt habe. Und auch dann, wenn ich die Steuer nach vereinnahmten Entgelten berechnen darf!
Das heißt: Wer nach vereinnahmten Entgelten abrechnen darf, setzt auf die Umsatzsteuervoranmeldung
  • nur die bereits bezahlten Ausgangsrechnungen, aber
  • alle (auch unbezahlte) Eingangsrechnungen des letzten Quartals (bzw. Monats).
Entsprechend geht man bei der Umsatzsteuererklärung vor. Damit spart man zwar unter dem Strich nichts, verschiebt aber einen Teil der Zahlungen auf später und kann seinen Umsatz ein wenig drücken, falls man das braucht, um bestimmte Grenzen (etwa für die Kleinunternehmerregelung oder den pauschalen Vorsteuerabzug) nicht zu überschreiten.

Und um keine neuen Missverständnisse aufkommen zu lassen: Diese Regelung gilt nur für Umsatzsteuer! Bei der Einnahmenüberschussrechnung zur Einkommensteuer bleibt das Zahlungsdatum mabgeblich, also der Tag des Geldein- bzw. ausgangs. Und: Wer die Möglichkeit zur pauschalen Berechnung der Vorsteuer nutzt, den braucht diese ganze Meldung gar nicht zu interessieren.



(03.12.2008)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu vereinbarten und vereinnahmten Entgelten

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