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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Versicherung
Krankengeldtarife im Test 
Die Zeitschrift ”Ökotest” hat 104 ”Wahltarife Krankengeld” gesetzlicher Krankenkassen und 105 private Krankentagegeldversicherungen verglichen. Erstes grobes Ergebnis: Die Privaten sind in der Regel teurer. Aber auch von den gesetzlichen Kassen bieten einige Tarife an, die schlicht unakzeptabel sind. Wer so eine Versicherung abschließen will, sollte das Kleingedruckte äußerst genau lesen.

Noch ist die Gesetzeslage so: Selbstständige, die eine finanzielle Absicherung bei langer Krankheit haben wollen, müssen seit dem 1.1.2009 einen ”Wahltarif Krankengeld” bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse oder eine private Krankentagegeldversicherung abschließen. Die vom Gesundheitsministerium geplante Wiedereinführung des Anspruchs auf Krankengeld für Selbstständige ist bisher nicht voran gekommen (siehe mediafon-Meldung vom 1.1.2009).

Wer eine Absicherung haben möchte, die dem bisherigen gesetzlichen Krankengeld für Selbstständige entspricht (70 Prozent des bisherigen Bruttoeinkommens als tägliches Krankengeld, zahlbar ab dem 43. Krankheitstag für maximal 78 Wochen), zahlt bei der günstigsten gesetzlichen Kasse (BIG Direkt) mit 45 Jahren beim höchstmöglichen Einkommen (= gesetzliche Beitragsbemessungsgrenze) von 3.675 € im Monat 16,90 €. Das entspricht 0,46% des versicherten Einkommens und ist damit sogar ein bisschen weniger als die 0,6%, die er künftig zusätzlich zum ermäßigten Krankenkassenbeitrag bezahlen soll, wenn er Anspruch auf Krankengeld haben will.

Für die 16,90 € im Monat bekommt man bei der BIG Direkt dann ein Krankengeld von 85 Euro pro Kalendertag. Bei den günstigsten privaten Versicherungen müsste man dafür 26,96 (Mann bei der HUK-Coburg) bzw. 31,79 € (Frau bei der Halleschen) pro Tag bezahlen. Hier ist die Zahlungsdauer allerdings nicht auf 78 Wochen begrenzt. Das obere Ende der Tariftabelle bilden die mhplus Betriebskrankenkasse mit 129,20 € und bei den Privaten die Central mit 91,08 (Frau) bzw. 74,80 € (Mann). Auch die Tarife der großen Ersatzkassen differieren deutlich: Die Barmer verlangt für die genannte Kombination 21,86, die Techniker 33,15 und die DAK 52,24 €.

Natürlich kann man einen Wahltarif Krankengeld auch billiger haben: Die IKK Thürigen z.B. bietet den Tarif ”IKK business plus” zu 6,46 € im Monat ein, den Ökotest als einzigen als ”mangelhaft” eingestuft hat: Hier bekommt man das Krankengeld erst nach einem halben Jahr (182 Tagen) Krankheit – und dann nur für höchstens 13 Wochen. Dem Hauptzweck einer solchen Versicherung, nämlich finanzielle Sicherheit bei einer schweren und langen Krankheit zu bieten, werden solche Konditionen mit Sicherheit nicht gerecht. Die Vereinte IKK zahlt in ihrem Tarif garant+ sogar nur maximal sieben Wochen lang (ab dem 43. Tag) – und verlangt dafür 32,94 € im Monat.

Ärgerlich ist auch, dass bei fast allen gesetzlichen Versicherungen die Tarife zwar nicht – wie bei den privaten – nach Geschlecht, wohl aber nach Alter gestaffelt sind. Wie stark diese Spreizungen bei den einzelnen Gesellschaften ausfallen, hat Ökotest leider nicht untersucht. Ebensowenig macht der Test Aussagen über Tarife für unständig Beschäftigte oder Zusatztarife für ein vorgezogenes Krankengeld für KSK-Versicherte. Die Tarifstaffelungen nach Alter müssen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch wieder zurücknehmen: Nach dem am 18.2.2009 vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf müssen die Kassen ab 1. August 2009 Tarife anbieten, die nicht nach Alter, Geschlecht oder Krankheitsrisiko gestaffelt sind. Wer heute schon einen gestaffelten Tarif abgeschlossen hat, kann zu diesem Termin ohne Nachteile in einen solchen neuen Tarif wechseln.

Für Besserverdiener ist ferner von Bedeutung, dass bei Weitem nicht alle gesetzlichen Kassen die Möglichkeit bieten, ein Krankengeld von mehr als 85 € am Tag zu versichern. Achten sollte man außerdem darauf, ob es eine Karenzzeit gibt, und wenn ja: wie lange man ab Vertragsabschluss und erster Zahlung warten muss, bis man tatsächlich einen Leistungsanspruch hat. Und schließlich: Wann kann man die Versicherung frühestens wieder kündigen, und unter welchen Bedingungen?

Der vollständige Test, der auch auf Tarife mit früherer Zahlung (z.B. ab dem 15. oder 22. Krankheitstag) eingeht, ist im Internet (siehe unten) für 1,20 € herunterzuladen; eine gekürzte Fassung (ohne Vergleichtabellen) gibt es auf derselben Seite kostenlos.

(aktualisiert am 19.2.2009)

(15.02.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Der vollständige Test zum Download

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