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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Steuerrecht
Auch ”Sach-Sponsoring” unterliegt der Umsatzsteuer 
Wenn ein Künstler von einem Sponsor zwar kein Geld, aber kostenloses Material oder Dienstleistungen erhält und dafür aktiv Werbung für den Sponsor macht, so kann das ein ”tauschähnlicher Umsatz” sein, der der Umsatzsteuerpflicht unterliegt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor, die jetzt veröffentlicht wurde.

Schon bei der Einkommensteuer ist das Sponsoring ein heikles Thema: Die Wunschkonstruktion, dass der Sponsor seine Ausgabe als Betriebsausgabe geltend machen kann, ohne dass der Gesponsorte sie als Einnahme versteuern muss, lässt sich legal eigentlich nie erreichen. Jetzt hat die Bundesregierung darauf hingewiesen, dass beim Sponsoring auch noch die Umsatzsteuer zuschlagen kann – sogar dann, wenn gar kein Geld geflossen ist.

Im vorliegenden Fall hatte die Telekom der Telefonseelsorge eine kostenlose Rufnummer überlassen und war dafür ”auf einer häufig besuchten Internetseite” genannt worden – womit die Telefonseelsorge nach Auffassung der Regierung ”aktiv Werbung für den Sponsor betrieben” hat. Da das Entgelt für diese Werbung nicht in Geld bestand, sondern in einer kostenlosen Dienstleistung, so die Regierung weiter, habe ein ”tauschähnlicher Umsatz” vorgelegen, und der sei nun mal umsatzsteuerpflichtig. Immer schon.

Übertragen auf den Kultur- und Medienbereich bedeutet das, dass auch das Theater, das von einem Einrichtungshaus Möbel für ein Bühnenbild bekommt, oder der Gospelchor, dem ein Klamottenladen die T-Shirts für seine Auftritte stellt, dafür Umsatzsteuer abführen müssen, sofern sie als Gegenleistung ”aktive Werbung” betreiben. Wann diese Grenze überschritten wird, darüber lässt sich die Antwort auf die kleine Anfrage leider nicht aus: Bisher galt eine Erwähnung des Sponsors mit ”Gefördert durch...” im Programmheft oder in Veranstaltungshinweisen noch nicht als ”aktive Werbung” und damit zumindest als frei von Einkommensteuer.

(18.02.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Die kleine Anfrage der FDP und die Antwort der Bundesregierung im Volltext
Der ”Ratgeber Freie” zum Thema Spenden, Sponsoring und Steuern

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