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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Krankenversicherung
Nichtversicherten droht Nachzahlung 
Selbstständige, die zur Zeit immer noch nicht krankenversichert sind, sollten schnellstmöglich Kontakt mit einer Krankenkasse aufnehmen. Schon jetzt nämlich stehen ihnen Nachzahlungen bevor, die von Monat zu Monat zunehmen und bei privaten Krankenkassen sogar um regelrechte Strafzahlungen aufgestockt werden.

Seit dem 1.1.2009 gilt für alle, die in Deutschland wohnen, eine allgemeine Krankenversicherungspflicht. Auch Selbstständige müssen sich seitdem krankenversichern, und zwar in der gesetzlichen Krankenversicherung, sofern sie zuletzt gesetzlich versichert waren oder als Künstlerinnen oder Publizisten in die Künstlersozialversicherung gehören. Wer als Selbstständiger bisher gar nicht oder zuletzt privat versichert war, kann sich unter bestimmten Bedingungen freiwillig in der Gesetzlichen versichern – wo das nicht geht, muss er eine private Krankenversicherung abschließen. Die privaten Kassen müssen ihn dann ohne Gesundheitsprüfung in ihren Basistarif aufnehmen. Künstler und Publizistinnen können auf jeden Fall zwischen gesetzlicher und privater Versicherung wählen.

Diese Pflicht sollte niemand auszusitzen versuchen, denn die entsprechenden Beiträge fallen schon jetzt an und müssen auf jeden Fall irgendwann nachgezahlt werden:
  • In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht die Versicherungspflicht bereits seit dem 1.4.2007. Wer seit diesem Termin nicht versichert war und sich z.B. erst zum 1.4.2009 bei einer Krankenkasse meldet, muss die vollen Beiträge nachzahlen – für die gesamten seitdem verstrichenen zwei Jahre. Zwar verpflichtet § 186 des 5. Sozialgesetzbuches die Kassen, für diesen Fall in ihrer Satzung vorzusehen, ”dass der für die Zeit seit dem Eintritt der Versicherungspflicht nachzuzahlende Beitrag angemessen ermäßigt, gestundet oder von seiner Erhebung abgesehen werden kann” – in der Praxis haben die Kassen hier aber bisher wenig Kulanz gezeigt.
  • Die privaten Krankenkassen verlangen in diesem Fall ab dem siebten Monat sogar zusätzlich einen Strafzuschlag von jeweils einem Sechstel des Monatsbeitrags. Nach- und Strafzahlung sollen unter bestimmten Umständen – allerdings verzinst! – gestundet werden. Da die Versicherungspflicht in der privaten Krankenversicherung erst seit dem 1.1.2009 besteht und der Gesetzgeber großzügig einen beitragsfreien Karenzmonat gewährt hat, werden diese Nachzahlungen jedoch erst für die Monate ab dem 1.2.2009 verlangt.
Wer also heute noch keine Krankenversicherung hat, muss – sobald er sich bei einer Krankenkasse meldet – auf jeden Fall Beiträge nachzahlen. Und wer denkt ”Dann melde ich mich lieber gar nicht”, für den wird es mit jedem Monat der Nicht-Meldung Also wartet lieber nicht länger! (Und lasst mediafon wissen, welche Kassen sich bei den Nachzahlungen kulant verhalten haben, damit wir das hier weiterverbreiten können.)

Solche Nachzahlungen können auch Künstler und Publizistinnen treffen, die sich erst lange nach Aufnahme ihrer selbstständigen Tätigkeit bei der Künstlersozialkasse (KSK) anmelden. Sie bleiben zwar von Nachzahlungen an die KSK verschont (da die Versicherungspflicht über die KSK laut Gesetz erst mit dem Tag der Meldung beginnt). Nach der allgemeinen Versicherungspflicht, die neuerdings gilt, waren sie aber schon seit dem 1.4.2007 bzw. dem 1.1.2009 versicherungspflichtig, so dass die Krankenkasse, bei der sie sich über die KSK anmelden, dann von ihnen die seit dem jeweiligen Stichtag bis zur Aufnahme in die KSK aufgelaufenen Beiträge nachträglich verlangen kann – ohne dass es dazu Zuschüsse seitens der KSK gibt!

(23.02.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur Krankenversicherungspflicht

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