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Steuer-News (Archiv)

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Enkommensteuer
Arbeitszimmerregelung verfassungswidrig? 
Hoffnung auf eine neue steuerliche Beurteilung des häuslichen Arbeitszimmers von Selbstständigen macht ein Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz. Das hat es am 17. Februar für in Ordnung befunden, dass Angestellte (Lehrer) die Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten absetzen dürfen. Aus der Begrüdung könnte man für Selbstständige freilich das Gegenteil ableiten.

Seit 2007 werden die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur noch dann als Werbungskosten (bzw. als Betriebsausgaben von Selbstständigen) anerkannt, wenn das Arbeitszimmer den ”Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit” bildet. Damit wollte ein Lehrerehepaar sich nicht zufrieden geben und klagte – vergeblich.

Das Arbeitszimmer, so sagte das Finanzgericht zur Begründung, bilde nicht den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit von Lehrern. Auch werde das Nettoprinzip hier nicht verletzt, nach dem von Einkommen jeweils nur der Teil versteuert werden muss, der nach Abzug der zu seiner Erzielung notwendigen Ausgaben übrig bleibe. Zwar müssten Lehrer, die in der Schule keinen entsprechenden Arbeitsplatz haben, ihren Unterricht zu Hause vor- und nachbereiten. Das heiße aber nicht, dass sie dafür ”zwangsläufig pflichtbestimmte Aufwendungen” für ein separates Arbeitszimmer machen müssten – diese Arbeiten ”könnten vielmehr auch in sonstigen Räumen oder einer ’Arbeitsecke’ verrichtet werden”.

Diese Begründung freilich dürfte auf die häuslichen Büros einer freien Fotografin oder eines selbstständigen Handelsvertreters (die nach der bisherigen Rechtsprechung beide ihren beruflichen Mittelpunkt außerhalb des Arbeitszimmers haben) nicht anwendbar sein, da sie ihr Geschäft nicht vom Wohnzimmer aus betreiben können, sondern dafür einen gesonderten Arbeitsplatz brauchen, womit die entsprechenden Aufwendungen zwangsläufig wären. Für Selbstständige lohnt es sich also weiterhin, solchen Entscheidungen der Finanzämter mit dieser Begründung zu widersprechen.

Das Urteil 3 K 1132/07 ist noch nicht rechtskräftig, Revision wurde wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles zugelassen. Zu dem Urteil gibt es bisher leider nur eine Pressemiteilung des Finanzgerichts; die schriftliche Begründung liegt noch nicht vor.

(03.03.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Die Pressemittelung des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz
Der mediafon-Ratgeber zum häuslichen Arbeitszimmer in der Einkommensteuer

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