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Allgemeine News (Archiv)

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Existenzgründung
Arbeitsagentur will Ich-AG und Überbrückungsgeld zurück 
Die Politik soll ”kritisch hinterfragen”, ob die vor einigen Jahren erfolgte Abschaffung des Überbrückungsgeldes und des Existenzgründungszuschusses (Ich-AG) und ihre Zusammenlegung zum neuen Gründungszuschuss vernünftig war und aufrecht erhalten werden soll. Das fordert das zur Bundesanstalt für Arbeit gehörige ”Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung” (IAB) in einer jetzt vorgelegten Studie, mit der es die Begleitforschung zu den beiden abgeschafften Programmen auswertet.

”Zwei erwiesenermaßen erfolgreiche Programme, an deren Wirkungsgrad kaum eine andere arbeitsmarktpolitische Maßnahme heranreicht, wurden ersetzt durch ein neues Instrument, dessen Wirkung noch unklar ist” – so lautet das Fazit der Studie, die die Auswirkungen von Ich-AG und Überbrückungsgeld über einen Zeitraum von 56 Monaten untersucht hat. Zentrale Ergebnisse:
  • 56 Monate nach der Gründung waren von den geförderten Ich-AGlern noch knapp 60%, von den mit Überbrückungsgeld Geförderten sogar 67% noch selbstständig tätig. Hinzu kommen jeweils 20%, die inzwischen – oft vermittelt durch die Selbstständigkeit – sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Arbeitslos waren von den früher Geförderten zu diesem Zeitpunkt lediglich 9,9% (Ich-AG) bzw. 6,5% (Überbrückungsgeld), wobei die Erfolgsquote bei Männern im Osten besonders hoch, bei Frauen im Osten dagegen besondern niedrig lag.
  • Die – auf Vollzeitarbeit umgerechneten – Monatseinkommen der ehemals Geförderten liegen inzwischen bei den Ich-AGs bei etwa 2.000 (Frauen in Ostdeutschland 1.500) Euro, bei den Überbrückungsgeld-Geförderten zwischen 2.200 und 2.300 Euro in West- und 1.900 Euro in Ostdeutschland – und damit in allen Gruppen deutlich über der Armutsgrenze. ”Die ursprünglichen Befürchtungen im Hinblick auf ’Kümmerexistenzen’ mit geringen Einkommen haben sich also auch bei der Ich-AG nicht bestätigt”, schreiben die Autoren.
  • Bei den Gründen für die Aufgabe der Selbstständigkeit stehen ”Auftragsmangel, zu wenige Kunden” an erster und ”Finanzierungsengpässe” an zweiter Stelle. Der drittwichtigste Grund bei ehemaligen Ich-AGs heißt ”Kosten für die soziale Sicherheit unterschätzt”, beim Überbrückungsgeld aber steht mit rund 30 Prozent an dritter Stelle: ”attraktive Anstellung gefunden”.
  • Besonders die Überbrückungsgeld-Gründungen haben zusätzliche neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese Betriebe haben mittlerweile im Schnitt zwischen 2,6 und 5,1 Mitarbeiter; bei den Ich-AGs sind es immerhin 1,7 bis 2,6.
  • Besonders deutlich wird der Erfolg dieser Fördermaßnahmen an einer Vergleichsgruppe von Arbeitslosen, die sich nicht selbstständig gemacht haben: Die Arbeitslosenquote bei den ehemaligen Ich-AGlern lag nach 56 Monaten im Westen um 20, im Osten sogar 25 (Männer) bis knapp 40 Prozentpunkte (Frauen) unter der der Vergleichsgruppe.
Unter dem Strich hält das IAB es für ”erwiesen: Auch auf lange Sicht waren das Überbrückungsgeld und die Ich-AG erfolgreiche Förderprogramme.” Ihre Zusammenlegung zum Gründungszuschuss sollte vor allem deshalb kritisch hinterfragt werden, da ”die beiden alten Programme strukturell unterschiedliche Personengruppen zur Selbständigkeit aktivierten.” Schon heute sei ”absehbar, dass der neue Gründungszuschuss sicher nicht kostengünstiger sein wird als das alte Überbrückungsgeld. Ob er an die Erfolgsbilanz seiner beiden Vorgänger anknüpfen kann, muss sich erst noch zeigen.”

(03.03.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Kurzfassung der IAB-Studie:
Pressemitteilung dazu

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