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Allgemeine News (Archiv)

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Gesundheit
Viel Arbeit macht viel krank 


Lange Arbeitszeiten, Nacht- und Wochenendarbeit, hohe mentale Belastung und geringer Einfluss auf Arbeitsmenge und -tempo sind Faktoren, die das Krankheitsrisiko deutlich erhöhen. Das kann nach einer systematischen Auswertung von vier deutschen und europäischen Studien, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) vorgelegt hat, als ”gesichert” gelten. Das Ergebnis, das auf der Befragung von mehr als 50.000 abhängig Beschäftigten basiert, ist auch auf Selbstständige übertragbar.


Manch ein Selbstständiger kokettiert ja sogar gern ein bisschen damit, wie viel er arbeitet. Dass darunter Freundschaften und die Familie leiden, merkt man meist; wie stark dabei auch die Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen wird, verdrängt man dagegen gern. Dabei ist der Zusammenhang deutlich: Unter den deutschen Beschäftigten klagen von denen, die nur halbtags arbeiten, um die zehn Prozent über Schlafstörungen; bei Wochenarbeitszeiten von 65 Stunden und mehr steigt der Anteil der Schlafgestörten auf 30 Prozent an. Ebenso signifikant, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt, ist nach der Untersuchung der BAUA der Anstieg bei Herzbeschwerden und Rückenschmerzen, und auch bei anderen Muskelbeschwerden, Magen- und Verdauungsproblemen, Atembeschwerden, Verletzungen sowie psychovegetativen Beeinträchtigungen wie z.B. hoher Angespanntheit, Nervosität, Stress und Erschöpfung lässt sich ein Zusammenhang mit der Arbeitsbelastung nachweisen.

Interessant für Selbstständige ist, dass es dabei nicht nur auf die Dauer der Arbeitszeit ankommt, sondern auch auf die Lage: Wer häufiger nachts oder am Wochenende arbeitet, ist krankheitsanfälliger. Auch ”die Vorhersehbarkeit der Arbeitszeiten spielt eine wichtige Rolle für das gesundheitliche Wohlbefinden, da eine schlechte Planbarkeit i.d.R. mit erhöhten Beschwerden zusammenhängt”, heißt es in der Studie der BAUA. Und selbst das, was viele Selbstständige als einen wesentlichen Vorteil ihrer Arbeit schätzen, dass sie nämlich anspruchsvoll ist, kann krank machen: ”Erhöhte Beeinträchtigungen” stellen die Autoren der Studien ”beim Zusammentreffen mehrerer potentiell gefährdender Arbeitsbedingungen”, z.b. Nachtarbeit ”mit gleichzeitig hoher . . . mentaler Belastung” fest.

Wer selbstbestimmt arbeitet, ist dagegen gegenüber normalen Arbeitnehmern im Vorteil: ”Ein großer Handlungsspielraum, der die Erwerbstätigen in die Lage versetzt, ihr Arbeitstempo oder die Arbeitsmenge zu beeinflussen, kann die Effekte der körperlichen und psychischen Belastung und Beanspruchung etwas abmildern, allerdings nicht völlig ausgleichen.” Um davon zu profitieren, bedarf es freilich der Selbstdisziplin. Und der Fähigkeit, Nein zu sagen zu Holterdiepolter-Aufträgen mit unrealistischen Terminvorgaben und Nacht- und Wochenendarbeit.

(18.05.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Zusammenfassung der BAUA-Studie

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