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Steuer-News (Archiv)

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Steuerrecht
Zweitwohnung leichter abzusetzen 


Wer aus privaten Gründen umzieht und seine alte Wohnung des Berufs wegen behält, kann die Kosten dafür als ”Kosten für doppelte Haushaltsführung” steuerlich geltend machen. Das gilt auch dann, wenn ein Unverheirateter zu seiner Freundin in eine andere Stadt zieht. Mit diesen beiden Urteilen, die jetzt veröffentlicht wurden, hat der Bundesfinanzhof seine bisherige Rechtsprechung in dieser Frage geändert.


Bisher galt: Die Folgekosten eines privat bedingten Umzuges sind Privatsache – auch wenn sie für den Beruf notwendig sind. Das gilt jetzt nicht mehr. Für einen Ehemann, der mit seiner Frau in eine andere Stadt zog und sich am bisherigen Wohnort, wo er weiter arbeitete, eine neue Zweitwohnung mietete, entschied der BFH am 5. März: Die Kosten für die (neue) Wohnung am Arbeitsort sind als Kosten für doppelte Haushaltsführung bei den Werbungskosten anzuerkennen. Dass der Umzug privat veranlasst war, spiele hier keine Rolle, urteilte der BFH – maßgeblich sei allein, dass der Steuerpflichtige die Zweitwohnung nutze, ”um von dort aus seiner Arbeit nachzugehen” (Aktenzeichen VI R 58/06).

Das gilt unabhängig vom Familienstand, wie der BFH in einem zweiten Urteil vom selben Tag deutlich machte. Da ging es um einen
ledigen Arbeitnehmer, der von seinem Wohn- und Arbeitsort Bonn zu seiner Freundin nach München gezogen war, seine alte Wohnung in Bonn aber behielt und dafür Kosten für doppelte Haushaltsführung geltend mache. Grundsätzlich zu Recht, urteilte der BFH. Hier komme es nämlich darauf an, wo der Steuerzahler seinen Lebensmittelpunkt habe. Und dafür habe die Frage ”erhebliches Gewicht”, zu welchem Wohnort ”die engeren persönlichen Beziehungen bestehen”. Zu den Kosten, die als Werbungskosten (bzw. bei Selbstständigen als Betriebsausgaben) anzuerkennen seien, zählten in diesem Fall auch die Kosten der üblichen ”Heimfahrten” (Aktenzeichen VI R 23/07).

Eine Einschränkung machte der BFH allerdings doch: In letzterem Fall hatte die ”Zweitwohnung” 140 Quadratmeter. ”Notwendig” (und damit abziehbar) seien Unterkunftskosten jedoch nur insoweit, ”wie sie den durchschnittlichen Mietzins einer 60-qm-Wohnung am Beschäftigungsort nicht überschreiten”, heißt es in dem Urteil.

(02.06.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Das erstgenannte Urteil im Volltext
Das letztgenannte Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zur doppelten Haushaltsführung

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