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Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Krankenversicherung
Das künftige Krankengeld sichern 


Wer in Zukunft Anspruch auf Krankengeld haben will, muss in den nächsten Wochen aktiv werden: Die bisherigen Wahltarife, die zu Beginn des Jahren abgeschlossen wurden, laufen zum 1. August
automatisch aus. Wie es dann mit der Versicherung weitergehen soll – neuer Wahltarif, gesetzliches Krankengeld durch erhöhten Beitrag oder gar kein Krankengeld? – muss jeder bis zum 30. September entscheiden.


Zum 1.8.2009 tritt die Neuregelung des Krankengeldes für freiwillig versicherte Selbstständige sowie unständig und befristet Beschäftigte in Kraft. Danach gilt: Automatisch Anspruch auf Krankengeld (vom 43. Krankkeitstag an) hat nur noch, wer
  • als Arbeitnehmer unbefristet oder mit einem befristeten Vertrag von mehr als vier Wochen Dauer beschäftigt ist,
  • als freier Künstler oder Publizistin über die Künstlersozialkasse versichert ist.
Diese Leute müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung den Normalbeitrag von derzeit 14,9 Prozent (Eigenanteil 7,9 Prozent) zahlen. Alle anderen zahlen, sofern sie Ihrer Kasse nichts anderes mitteilen, den ermäßigten Beitrag von derzeit 14,3 Prozent (Eigenanteil für Nichtselbstständige 7,6 Prozent) und haben dafür keinen Anspruch auf Krankengeld. Das gilt für
  • freiwillig versicherte Selbstständige,
  • Scheinselbstständige,
  • unständig Beschäftigte sowie
  • befristet oder auf Produktionsdauer Beschäftigte mit Verträgen über höchstens vier Wochen
Wer aus dieser Gruppe Krankengeld haben will, hat vier Möglichkeiten:
  • Entweder gibt er gegenüber seiner Krankenkasse eine Wahlerklärung ab. Die beinhaltet, dass er künftig den Normalbeitrag zahlt und dafür Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld vom 43. Krankheitstag an hat. Den Normalbeitrag muss er dann mindestens drei Jahre lang bezahlen – ein früherer Wechsel der Krankenkasse ist jedoch möglich.
  • Oder sie schließt mit ihrer Kasse einen Wahltarif Krankengeld ab. Solche Wahltarife müssen alle gesetzlichen Kassen anbieten. Dabei können sie die Bedingungen relativ frei festlegen, also z.B. einen anderen Zahlungsbeginn und eine andere Höhe des Krankengeldes anbieten als beim gesetzlichen Krankengeld; allerdings müssen die Wahltarife einheitliche Prämien, also unabhängig von Alter, Geschlecht und individuellem Krankheitsrisiko, beinhalten. Wer sich für einen Wahltarif entscheidet, bindet sich damit für drei Jahre an die jeweilige Krankenkassen. Ein früherer Kassenwechsel ist in diesem Fall auch dann nicht möglich, wenn die Kasse einen Zusatzbeitrag verlangt. Außerdem können die Kassen für die Wahltarife eine Karenzzeit festlegen, d.h. man muss nach Vertragsabschluss zunächst drei bis vier Monaten warten, bis man tatsächlich Krankengeld bekommt.
  • Einen solchen Wahltarif kann man auch zusätzlich zur Wahlerklärung abschließen, etwa wenn die Kasse einen Wahltarif für ein Krankengeld vor dem 43. Krankheitstag anbietet. Dann kann man sich per Wahltarif ein Krankengeld bis zum 42. Krankenheitstag sichern (evtl. auch einen niedrigeren Tagessatz), und per Wahlerklärung das gesetzliche Krankengeld danach. Einzelne Kassen bieten einen solchen Wahltarif schon ab dem 1. Krankheitstag an. (Aber Vorsicht: Hier muss man die Bedingungen sehr genau anschauen!)
  • Oder man tut gar nichts und verzichtet damit auf das Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung. In diesem Fall kann man jedoch jederzeit bei einer privaten Krankenkasse eine Krankentagegeldversicherung abschließen.
Besondere Bedingungen gelten für freie Künstler und Publizistinnen, die über die Künstlersozialkasse versichert sind. Für sie müssen die gesetzlichen Krankenkassen einen besonderen Wahltarif anbieten, mit dem sie Anspruch auf Krankengeld schon für Tage vor dem 43. – und zwar spätestens ab dem 15. Krankheitstag – erwerben können.

Da die Wahltarife, die die Kassen nach der alten Gesetzeslage zwischen dem 1.1. und dem 30.7.2009 angeboten haben, die neuen Bedingungen nicht erfüllen, wurde im Gesetz bestimmt, dass diese alten Wahltarife mit dem 31.7.2009 automatisch außer Kraft treten. Wer also so einen Tarif schon abgeschlossen hat und sicherstellen möchte, dass er danach einen lückenlosen Anspruch auf Krankengeld (ohne neue Karenzzeit) behält, muss bis zum 30.9.2009 einen neuen Wahltarif abschließen (der dann rückwirkend ab 1.8.2009) gilt. Wer am 30.7.2009 allerdings noch Krankengeld aus einem alten Wahltarif bezieht, bekommt das Krankengeld bis zum Ende der Krankheit (bzw. des vereinbarten Zahlungszeitraums) weiter. Für einen lückenlosen Schutz muss er danach innerhalb von acht Wochen (rückwirkend zum Ende der Krankengeldzahlung) einen neuen Wahltarif abschließen.

Wer sich künftig mit einem erhöhten Beitrag den Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld ab dem 43. Krankheitstag sichern will, muss die entsprechende Wahlerklärung bis zum 30.9.2009 gegenüber seiner Krankenkasse abgeben. Sie gilt dann rückwirkend – ohne neue Karenzzeit – ab 1.8.2009.

(06.07.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften
Der mediafon-Ratgeber zum Krankengeld

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