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Rechts-News (Archiv)

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Berufsrecht
Physiotherapeuten dürfen ohne ärztliche Verordnung behandeln 

Physiotherapeutinnen dürfen künftig selbstständig Diagnosen stellen und auch ohne ärztliche Verordnung die entsprechenden Behandlungen durchführen. Dieses weitreichende Urteil fällte am 26. August das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Für solche Behandlungen muss allerdings eine – eingeschränkte – Heilpraktikererlaubnis beantragt werden.


Der Normalfall sei das nicht, meinten die Leipziger Richter: Der ”Heilhilfsberuf” des Physiotherapeuten habe "im Schwerpunkt eine Ersetzung, Ergänzung oder Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit zum Gegenstand". Also: Der Arzt stellt die Diagnose, die Physiotherapeutin führt die entsprechende Behandlung durch. Künftig aber geht es auch anders: Gegen alle Bedenken der Gesundheitsämter ("Zu viel Bürokratie!") und des Bundes ("Wenn das alle Heilberufe machen würden!") entschied das Gericht, dass die Gesundheitsämter Physiotherapeuten auf Antrag eine auf ihr Berufsbild beschränkte Heilpraktikererlaubnis zu erteilen hätten. Eine solche Erlaubnis braucht in Deutschland jeder, der ohne ärztliche Verordnung Heilbehandlungen durchführen will.

Allerdings: Ganz ohne Vorleistung geht das nicht. Da in der physiotherapeutischen Ausbildung weder diagnostische Fähigkeiten vermittelt würden noch die Abgrenzung zu anderen Heiltätigkeiten, müsse, so das Gericht, das zuständige Gesundheitsamt die entsprechenden Kenntnisse zuvor überprüfen. Diese Überprüfung dürfe jedoch nicht Ausbildungsinhalte der Physiotherapie zum Gegenstand haben, da diese bereits durch das bestandene Examen ausreichend belegt seien. Überprüft werden sollten vielmehr Kenntnisse über ”die Grenzen der heilkundlichen Tätigkeit im Bereich der Physiotherapie einschließlich ausreichender diagnostischer Fähigkeiten und daneben die für eine nichtärztliche Ausübung der Heilkunde notwendige Berufs- und Gesetzeskunde.”

Inzwischen liegt auch die schriftliche Begründung des Urteils vor, gegen das eine Revision nicht zugelassen wurde (Aktenzeichen 3 C 19.08). Nun liegt es an den Gesundheitsbehörden, entsprechende Zulassungs- bzw. Prüfungsbestimmungen zu formulieren.

(aktualisiert 23.10.2009)


(29.08.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung des Bundesverwaltungsgerichts
Urteilsanalyse von physio.de (kostenlose Registrierung erforderlich!)
Das Urteil im Volltext

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