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Versicherungs-News (Archiv)

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Künstlersozialversicherung
RTL muss für DSDS Künstlersozialabgabe zahlen 

Der Fernsehsender RTL muss auf die Honorare an Dieter Bohlen und die anderen Jurorinnen der Fernsehshow "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) Künstlersozialabgabe zahlen – und zwar genau 173.500 Euro allein für die ersten beiden der bisher sechs Staffeln. Das hat das Bundessozialgericht in Kassel am 1. Oktober entschieden.


Für die WELT war es vor allem ein Grund zum Kopfschütteln: "Sozialgericht erklärt Bohlens Pöbeleien zur Kunst", empörte sich die WELT online über das jüngste Urteil des Bundessozialgerichts (BSG). Dabei haben die Kasseler Richter eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit festgestellt, dass nämlich die tragenden Figuren der Fernseh-Unterhaltungsshow DSDS Unterhaltungskünstler sind, auf deren Honorare Künstlersozialabgabe fällig wird.

RTL hatte die Künstlersozialabgabe nicht zahlen wollen, da es den Profi-Musiker Bohlen und seine Mitjuroren als "außerhalb des Showgeschehens agierende Fachjury mit Expertenstatus" einstufte. Dem widersprach der 3. Senat des BSG, nachdem er sich eigens mehrere DVDs mit DSDS-Shows angeschaut und dabei, so zitiert WELT online den Senatsvorsitzenden Ulrich Hambüchen, "mehr Verständnis für Bohlens Verbalattacken (entwickelt hatte), als er sich vorher hätte träumen lassen". Nach Feststellung der Richter tragen die Juroren "maßgeblich zum Publikumserfolg der abendlichen Sendungen bei, indem sie eine Mischung aus Musikkritik, unterhaltsamer Information und Polemik präsentieren. Diese aktive und zum Teil hochdotierte Mitwirkung an den Unterhaltungsshows weist Elemente von Comedy, Satire, Improvisation und zielgruppengerichteter Fernsehunterhaltung auf, die auf einer eigenschöpferischen, höchstpersönlichen Leistung der Juroren beruhen und in ihrer Gesamtheit der darstellenden Kunst in Form der Unterhaltungskunst zuzuordnen sind." Und zur Sicherheit betont das Gericht in seiner Pressemitteilung, "dass das Gesetz für die Einbeziehung einer Leistung in die Künstlersozialversicherung keine besondere Gestaltungshöhe voraussetzt".

RTL muss deshalb zahlen – 3,8 Prozent auf Honorare von rund vier Millionen Euro – und zwar unabhängig davon, ob Dieter Bohlen Mitglied der Künstlersozialversicherung ist, was für die WELT nicht (warum eigentlich nicht?) "anzunehmen" ist. Und für die folgenden DSDS-Staffeln kommt wohl noch einmal fast eine halbe Million dazu, die letztlich anderen, weniger gut bezahlten Künstlern und Musikerinnen zugute kommt. Und das ist ja schließlich der Sinn der Künstlersozialversicherung (Aktenzeichen B 3 KS 4/08 R).

(01.10.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung des Bundessozialgerichts
Die WELT online zum Urteil
Der mediafon-Ratgeber zur Künstlersozialabgabe

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