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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Krankenversicherung
Private Krankentagegeldversicherung fast immer teurer 

Private Krankentagegeldversicherungen sind fast immer teurer als das gesetzliche Krankengeld für freiwillig Versicherte. Das geht aus einem Test der Zeitschrift Öko-Test hervor, der am 5. Oktober veröffentlicht wurde. Nur sehr junge und sehr gesunde Männer können bei den Privaten eventuell einen kurzfristigen Vorteil ergattern.


Seit dem 1. August 2009 können Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, dort wieder Anspruch auf Krankengeld erwerben. Dazu müssen sie eine "Wahlerklärung" abgeben und statt des ermäßigen Selbstständigen-Beitrags von 14,3% den Normalbeitrag von 14,9% bezahlen. Sie erhalten dann vom 43. Krankheitstag an ein Krankengeld von 70% des ausgefallenen Einkommens. Das höchstmögliche Krankengeld bemisst sich hier an der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.675 € im Monat und beträgt somit 85,75 € pro Kalendertag; als Beitragszuschlag müssen dafür – unabhängig von Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand – monatlich 22,05 € bezahlt werden.

Dieselbe Absicherung ist auch über eine private Krankentagegeldversicherung möglich. Die entsprechenden Tarife hat die Zeitschrift Öko-Test in ihrem neuen Jahrbuch "Geld und Versicherungen" verglichen – und kommt dabei zu klaren Vorteilen für die gesetzlichen Krankenversicherung:
  • Nach der Öko-Test-Übersicht kostet eine private Versicherung für ein dem oben genannten Krankengeldbeispiel vergleichbares Krankentagegeld von 85 € pro Tag vom 43. Krankheitstag an
    • für eine 45jährige Frau zwischen 31,79 (Hallesche) und 91,08 € (Central) im Monat;
    • für einen 45jährigen Mann ist es ein wenig billiger – für ihn kostet die gleiche Versicherung zwischen 26,96 (HUK-Coburg) und 74,80 € (Central) pro Monat.
    Anders als beim gesetzlichen Krankengeld sind diese Tarife nach Eintrittsalter gestaffelt: Wer beim Abschluss der Versicherung jünger als 45 Jahre ist, kommt also deutlich billiger weg; wer älter ist, zahlt drastisch mehr. Bei der HUK-Coburg z.B. zahlt nach dem Tarifrechner auf ihrer Website ein 25jähriger Mann lediglich 10,37 €, während die Prämie für einen 60jährigen Mann bereits 51,85 € beträgt.
  • Wer das Krankengeld schon vor dem 43. Krankheitstag haben will,
    • muss in einer gesetzlichen Versicherung zusätzlich zum Normalbeitrag einen Wahltarif abschließen. Das kostet für ein Krankengeld von 85 € vom 15. Krankheitstag an in den uns bisher bekannten Wahltarifen der Gesetzlichen zusammen zwischen 44,10 (DAK) und 165,38 € (IKK Baden-Württemberg-Hessen) pro Monat, während
    • die Tarife der Privaten nach der Öko-Test-Auswertung für ein Krankengeld von 85 € vom 22. Krankheitstag an
      • für einen 45jährigen Mann von 62,90 (Alte Oldenburger) bis 130,90 € im Monat reichen,
      • für eine 45jährige Frau von 67,66 (HUK-Coburg) bis 167,45 € (Central).
    Hier kann ein individueller Vergleich also im Einzelfall also durchaus zu Gunsten einer privaten Krankentagegeldversicherung ausfallen.
Zu berücksichtigen sind bei diesen Vergleichen drei Unterschiede:
  • Die Gesetzliche bezahlt das Krankengeld für ein und dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren maximal 78 Wochen lang, während es bei den Privaten kein Limit gibt. Auf dem Papier jedenfalls: Im Alltag werden immer wieder Fälle bekannt, in denen private Versicherungen die Krankentagegeldzahlung aus irgendwelchen Gründen vorzeitig einzustellen versuchen.
  • Die Gesetzlichen nehmen jeden, der die Bedingungen erfüllt, unabhängig von seinem Geundheitszustand auf, während die privaten Versicherungen eine Gesundheitsprüfung vornehmen und bei entsprechenden Vorerkrankungen entweder höhere Beiträge verlangen oder die Aufnahme ganz verweigern.
  • Wer sich bei der Gesetzlichen für den Normaltarif entscheidet, ist an diese Entscheidung drei Jahre lang gebunden; bei Abschluss eines Wahltarifs kann er innerhalb dieser drei Jahren nicht einmal mehr die Kasse wechseln. Bei privaten Krankentagegeldversicherung dagegen beträgt die Bindungsfrist nur ein Jahr.


(05.10.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur neuen Rechtslage beim Krankengeld
mediafon-Übersicht über die neuen Krankengeld-Wahltarife
Der Ökotest-Vergleich zum Download (kostenpflichtig: 2,- €)

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