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Allgemeine News (Archiv)

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Kleingründungen
IAB kritisiert Praxis der Gründungsförderung 

Die vorhandenen Instrumente der Existenzgründungsförderung gehen nach Ansicht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) an den Bedürfnissen der Mehrzahl der Gründer vorbei. Das ist ein Fazit der IAB-Studie "Arbeitsmarktchancen für Geisteswissenschaftler", die am 7. Oktober veröffentlicht wurde. Als einen Ausweg schlägt die Studie vor, die Möglichkeit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung für Selbstständige zu verbessern.


Mit Klein- und Kleinstgründungen, wie sie vor allem bei Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftlern üblich sind, beschäftigt sich die neueste Studie des zur Bundesagentur für Arbeit gehörenden IAB. Deren Bedeutung für den Arbeitsmarkt, so heißt es dort, werde gemeinhin unterschätzt. So befasse sich die Gründungsforschung vorwiegend mit technologieorientierten Vorhaben mit hohem Kapitalbedarf, obwohl im Jahre 2007 nur knapp 10 Prozent der Gründer einen Kapitalbedarf von mehr als 50.000 € für den Start ihres Vorhabens hatten. 40 Prozent der Gründer hatten dagegen gar keinen Kapitalbedarf bzw. kamen mit Sach- und Finanzmitteln von höchstens 5.000 € aus. Gerade letztere jedoch hätten große Schwierigkeiten, eine Fremdfinanzierung zu erhalten, und würden durch die Kreditinstitute zunehmend schlechter beraten, da "die Banken ihre Beratungskapazitäten stärker als bisher auf (vermeintlich) profitablere größere Kundschaft konzentriert" hätten. Zudem hätte die technologieorientierte Ausrichtung vieler Förderprogramme, Beratungseinrichtungen und Gründerzentren "eine gewissen abschreckende Wirkung auf potenziell gründungsinteressierte Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaftler, was nicht selten zu größter Verwirrung und im schlechtesten Fall dazu führt, dass Gründungsvorhaben gänzlich verworfen werden".

Selbstständige im Bereich der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften würden zwar selten neue Arbeitsplätze (außer ihrem eigenen) schaffen und verdienten – anders als in technischen Berufen – in der Regel auch weniger als ihre fest angestellten Berufskolleginnen, seien mit ihrer beruflichen Situation aber "allgemein zufriedener" als jene. Gerade angesichts der schwierigen Arbeitsmarktlage in diesem Bereich seien "pragmatische und schnelle Lösungen wünschenswert, die für die Finanzierung kleinerer Investitionsvolumina oder Betriebsmittel zur Verfügung stehen, selbst wenn nur geringe oder keine banküblichen Sicherheiten beigebracht werden können". "Überlegenswert" sei auch, allen Selbstständigen die Möglichkeit der freiwilligen Arbeitslosenversicherung "ohne gewisse Voraussetzungen und Vorversicherungszeiten" zu eröffnen. Schließlich bestünden "Handlungsbedarfe hinsichtlich der weiteren unterstützenden Begleitung von Existenzgründern".

Maria Kräuter, Willi Oberlander, Frank Wießner:
Arbeitsmarktchancen für Geisteswissenschaftler

Analysen, Perspektiven, Existenzgründung
IAB Bibliothek 320, Nürnberg (IAB) / Bielefeld (Bertelsmann) 2009, ISBN 978-3-7639-4010-3
265 Seiten, 29,90 €
(Die Studie enthält auch einen umfangreichen praktischen Teil zu Existenzgründung und Existenzgründungsförderung.)

(09.10.2009)

Verweise zu diesem Artikel:
Pressemitteilung des IAB zur Studie

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