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Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Umsatzsteuer
Zu hoher Mehrwertsteuersatz auf Rechnungen ist gefährlich 

Ist auf einer Rechnung, die eigentlich dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz unterliegt, die Mehrwertsteuer nach dem vollen Satz von 19% ausgewiesen, so darf der Empfänger dennoch nur 7% als Vorsteuer geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 19. November wieder einmal bestätigt.


In der Frage, ob man für die eigenen Leistungen sieben oder 19 Prozent Mehrwertsteuer in Rechnung stellt, hält sich vor allem unter Fotografen und Werbeagenturen immer noch die nur scheinbar schlaue Bauernregel: "Ich nehme einfach 19 Prozent – dann kann nichts schief gehen."

Kann es doch. Denn zunächst einmal muss der Aussteller der Rechnung die Mehrwertsteuer, die auf seiner Rechnung steht, komplett an das Finanzamt abführen – auch wenn sie zu hoch war. In diesem Fall also die vollen 19 Prozent. Der Kunde dagegen darf nur den gesetzlich vorgesehenen Satz als Vorsteuer abziehen. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) jetzt in einem Verfahren, in dem es um Lieferungen an eine Imbissbude ging. Aber immerhin: Die Vorinstanz hatte noch entschieden, dass in diesem Fall überhaupt kein Abzug von Vorsteuern – also auch nicht der gesetzlichen sieben Prozent – erlaubt sei. Das wies der BFH zurück.

Wer auf seinen Rechnungen den vollen Mehrwertsteuersatz ausweist, obwohl er zum ermäßigten Satz berechtigt wäre, ist also keineswegs auf der sicheren Seite, sondern kann sich erheblichen Ärger mit seinen Kunden (und viel Zusatzarbeit) einhandeln. Denn wenn die zu hohe Mehrwertsteuer bei einer Steuerprüfung beim Kunden auffällt, wird der eine neue, korrigierte Rechnung verlangen. Die darf man ihm durchaus ausstellen, müsste dann aber, wenn man die Differenz dem Finanzamt nicht schenken will, die entsprechende Umsatzsteuererklärung korrigieren. Auch das ist möglich, bringt aber viel Arbeit ein – und vermutlich einen verärgerten Kunden. Den man sich lieber ersparen sollte (Aktenzeichen V R 41/08).

(02.02.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zum Thema "7 oder 19% Mehrwertsteuer?"

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