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Allgemeine News (Archiv)

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Mikrokredit-Bürgschaft soll Bankversagen ausgleichen 

Mit einer Bürgschaft für sogenannte Mikrokredite bis zu 20.000 Euro, wollen die EU und der Bund das Versagen der Banken in diesem Segment des Kreditgeschäfts ausgleichen. Dazu werden über den "Mikrokreditfonds Deutschland" 100 Millionen Euro zurück gelegt, die bei Kreditausfällen auch real gezahlt werden müssen. Knapp 60 Prozent der Bürgschaftssumme stammt dabei aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).


Die Vorteile dieser Kredite für Kleinstunternehmen sind gegenüber den üblichen Bank-Konditionen erheblich: Es gibt keine Mindestkreditsumme, die aufgenommen werden muss, es werden keine Sicherheiten verlangt und der Kredit soll binnen einer Woche bereit stehen können. Die weiteren Konditionen klingen nicht ganz so gut: Die Laufzeit ist auf maximal drei Jahre beschränkt und der Zinssatz liegt bei immerhin 7,5 Prozent.

Der Fonds, der vorerst bis zum Jahr 2015 eingerichtet wird, wurde notwendig, weil sich die Banken schon lange mit Krediten an Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige zurückhalten. - Und das nicht erst seit der "aktuellen Krise", wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) verbreitete, in dessen Haushalt der Fonds angesiedelt ist. Hier will die die Regierung nicht nur kurzfristig mit Steuermitteln gegenzusteuern, sondern "mittel- und langfristig die Entwicklung eines flächendeckenden Mikrokreditangebots in Deutschland fördern". Dazu soll das Geschäftsfeld "Mikrofinanzierer" attraktiver gemacht werden. Gemeint sind damit Vermittler der Mikrokredite, an die sich die Interessierten mit ihrem Finanzierungswunsch wenden müssen. Diese Vermittler werden im Rahmen des Programms Fallpauschalen und eine prozentuale Beteiligung erhalten.

Das Versagen der klassischen Geschäftsbanken soll also durch die Delegation der Kreditvermittlung und -beurteilung - beispielsweise an "Gründerzentren, Genossenschaften, Wirtschaftsfördergesellschaften oder Unternehmensberatungen" - ausgeglichen werden. Die eigentliche Auszahlung erfolgt durch die 1974 als "nachhaltige Bank" gegründet GLS-Bank, die wie die Vermittler selbst kein Kreditausfallrisiko trägt: Hierfür haftet eben der Mikrokreditfonds. Die Bank allerdings schätzt das Ausfallrisiko als sehr gering ein und rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren rund 15.000 Mikrokredite vergeben und fast vollständig zurückgezahlt werden.

Ob die Mikrokredite tatsächlich neue Finanzierungswege eröffnen, "über die kleine Unternehmen Personal und Know-how über die Krise retten können", wie sich dies das BMAS erhofft, wird sich zeigen müssen. Der als "Schutzschirm für Kleinunternehmen" postulierte Kredit muss schließlich zurück gezahlt werden. Und das können sich nur Selbstständige und Kleinstunternehmen leisten, die lediglich Liquiditätsengpässe überwinden müssen. Während für bereits etablierte Selbstständige die neue Kreditschiene eine echte Chance bieten kann, sind bei der weiteren Zielgruppe der Bundesbürgschaft Fragezeichen angebracht: Insbesondere Existenzgründungen werden als Zielgruppe des Fonds genannt und hier gerne auch die Gründung durch Arbeitslose. Statt durch eine Kreditausfallbürgschaft hätte man diese Zielgruppe natürlich auch durch echte, nicht rückzahlbare oder auf andere Leistungen angerechnete Anreize der Arbeitsmarktförderung bedenken können.

(04.02.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Infos des Mikrokreditfonds für Kreditnehmer
ESF und BMAS-Mitteilung zum Fonds (27.1.10)

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