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Allgemeine News (Archiv)

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Solo-Selbstständigkeit boomt in Bauberufen 

Einen enormen Anstieg der Solo-Selbstständigen konstatiert das Statistische Bundesamt für die Baubranche, nachdem es die Zahlen des (neuesten) Mikrozensus für das Jahr 2008 analysiert hat. Demnach hat sich die Zahl der einzeln arbeitenden Selbstständigen in der Branche zwischen 1998 und 2008 mehr als verdoppelt, während die Gesamtbeschäftigung um ein Fünftel zurück ging. - Ein wenig befremdlich ist, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Entwicklung interpretiert.


Die Zunahme der Selbstständigen auf dem Bau führt das Bundesamt in seiner Pressemitteilung vom 12. Februar "auch auf die Änderung der Handwerksordnung im Jahr 2004 zurück". Damals wurde in vielen Berufen die Meisterpflicht abgeschafft, insgesamt 53 Handwerke dürfen seitdem gänzlich ohne Zulassung der Handwerkskammern ausgeübt werden. Für andere Berufe blieb im Prinzip der Meisterzwang bestehen, allerdings mit einer entscheidenden Ausnahme: Wer nach der Gesellenprüfung mindestens sechs Jahre Berufserfahrung hat, davon vier in leitender Stellung, darf sich seit Anfang 2004 auch in diesen Berufen ohne Meisterprüfung selbstständig machen.

Die Grundsatzentscheidung bei der Änderung der Handwerksordnung lautete: Handwerke, deren Arbeiten gefährlich sein können - etwa Elektriker - sollen gut ausgebildeten Fachkräften vorbehalten bleiben. Bei Arbeiten, die beim Pfusch teuer werden können aber ungefährlich sind, sollen die Auftraggeber entscheiden, ob sie lieber Qualität einkaufen. Als rein protektionistische Maßnahme des Handwerks jedenfalls sollte deren Berufsregister nicht mehr dienen. Genau dies jedoch fordert die von der Solo-Selbstständigkeit in Bauberufen "betroffene" IG Bau angesichts der Branchenentwicklung immer wieder. Insbesondere will sie die Wiedereinführung der Meisterpflicht im Fliesenlegerhandwerk. Der Grund: Dort sei in den letzten zehn Jahren fast jeder zweite Arbeitsplatz verloren gegangen. IG-Bau-Vorstandsmitglied Andreas Steppuhn, der diese Rechnung aufmacht, zählt hier jedoch nur die 17.000 sozialversicherungspflichtigen Jobs. "Rapider Arbeitsplatzabbau einerseits und Explosion der Anzahl der Betriebe andererseits sind ein starkes Indiz für Scheinselbständigkeit", befand er zudem am 15. Dezember vergangen Jahres in einer Pressemitteilung.

(12.02.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Presseinfo des Statistischen Bundesamtes vom 12.2.10
mediafon-Ratgeber zu Handwerksberufen (und Meisterzwang)

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