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Branchenentwicklung
Kommunikationsdesign macht "arm, aber sexy" 

Kommunikationsdesigner sind wie Berlin: "arm, aber sexy". Das ist das Ergebnis einer – ausdrücklich nicht repräsentativen – Online-Umfrage, die der BDG – Berufsverband der Kommunikationsdesigner – im Februar veröffentlicht hat. Danach verdient nur ein Drittel der angestellten und freiberuflichen Kommunikationsdesigner mehr als 2.000 Euro netto im Monat; sieben Prozent kommen nicht über Minijob-Niveau hinaus.


4.690 Euro brutto, so veröffentlichte der STERN im Januar das Ergebnis eine "Gehaltsumfrage", verdient ein angestellter Kommunikationsdesigner in Deutschland im Durchschnitt pro Monat. Also rund 55.000 Euro im Jahr. Der BDG mochte das nicht glauben und startete eine eigene "Blitzumfrage" im Internet, deren Ergebnis selbst Insider erschreckte: Von den 1.016 angestellten und freiberuflichen Designern und Designerinnen, die auf die BDG-Umfrage geantwortet hatten, erzielten sieben Prozent weniger als 5.000 Euro netto im Jahr – obwohl deutlich mehr als die Hälfte dieser Miniverdiener angab, Vollzeit zu arbeiten. Ein Viertel der Befragten blieb unter 15.000 Euro im Jahr, und lediglich ein Drittel kam auf mehr als 25.000 Euro – was auch nur 2.000 Euro im Monat sind.

Miese Bezahlung bei hohem gesellschaftlichen Ansehen also. Und das in einer Branche, die im Jahr 2006 12,6 Milliarden Euro umsetzte. Einen Grund für diese erschreckende Lage sieht Arne Leichert, Referatsleiter Öffentlichkeitsarbeit beim BDG, im Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, das sich in den letzten Jahren durch "Einwanderer" aus anderen Berufsgruppen noch verschlechtert habe. So würden etwa zunehmend Architekten, die trotz noch höheren gesellschaftlichen Ansehens inzwischen noch schlechter verdienten als die Designer, im Kommunikationsdesign tätig.

Als Konsequenz bleibe kaum jemand lange in diesem Beruf: Nur knapp fünf Prozent der Befragten konnten auf mehr als zehn Jahre Berufserfahrung zurückblicken – die überwiegende Mehrheit resigniert offenbar schon nach kürzerer Zeit vor den schlechten Verdienstmöglichkeiten.

Der BDG betont ausdrücklich, dass die Umfrage nicht den Anspruch habe, ein repräsentatives Bild zu zeichnen. Allerdings decke sich das genannte Ergebnis durchaus mit den Alltagserfahrungen des Verbandes. Die vom STERN angegebenen 4.690 Euro im Monat seien jedenfalls fern jeder Realität: Sie wurden in der BDG-Umfrage von nicht einmal fünf Prozent der Befragten erreicht. Und was die Repräsentativität angeht: Diese "Durchschnittszahl", so stand es klein gedruckt in einer Anmerkung, hatte der STERN aus den Angaben von exakt 25 Befragten errechnet.

(04.03.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Ergebnis der BDG-Umfrage (PDF)
BDG-Mitteilung zur Umfrage
Interview mit Arne Leichert (BDG)

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Quelle: www.mediafon.net//meldung_volltext.php3?id=4b8ff04498eab&akt=news_allgemein_archiv&view=print&si=58d06673ceca9&lang=1
Druckdatum: 12.12.2017, 09:32:16