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Allgemeine News (Archiv)

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100.000 Unterschriften für Hebammen-E-Petition 

Die vom Deutschen Hebammen-Verband (DHV) initiierte E-Petition auf dem Server des Deutschen Bundestages war am 3. Juni, 10.00 Uhr, bereits von 100.704 Menschen unterzeichnet worden. Die Hebammen fordern Maßnahmen des Bundestages gegen ihre unrealistisch niedrigen Vergütungen und die explodierenden Haftpflichtprämien, die immer mehr Hebammen zum Rückzug aus der Geburtshilfe zwingen.


192 Euro zahlte eine Hebamme im Jahre 1992 pro Jahr für ihre Haftpflichtversicherung. Bis 2009 stieg die Prämie auf mehr als das Zehnfache; zum 1.7.2010 steigt sie um noch einmal 50 Prozent – auf dann 3.689 € pro Jahr allein für das "Risiko Geburtshilfe". Bezahlt werden muss das aus einem Umsatz von 23.000 €, wie ihn freiberufliche Hebammen in Deutschland im Durchschnitt erzielen: Für eine Hausgeburt beträgt das Honorar derzeit 448,80 €; für einen Hausbesuch gibt es pro Stunde ganze 26 €.

Die Konsequenz ist dramatisch: Von den freiberuflichen Hebammen bieten nach Erkenntnis des DHV in Deutschland heute nur noch 23 Prozent Geburtshilfe an; die übrigen beschränken sich auf Geburtsvorbereitung und Betreuung im Wochenbett. Die Krankenkassen haben als Ausgleich für die steigenden Haftpflichtprämien zusätzlich 4,39 € für eine Geburt in der Klinik bzw. 14,19 €für eine Hausgeburt angeboten.

Damit, so fürchtet der DHV, werde es bald keine "wohnortnahe Versorgung von Frauen mit Hebammenhilfe" und keine "freie Wahl des Geburtsortes" mehr geben. Dagegen richtet sich die E-Petition, die seit dem 5. Mai im Internet steht und auf riesige Resonanz stößt: Die meisten E-Petitionen schaffen kaum 1.000 Unterschriften und schon gar nicht die 50.000, von wo an der Petitionsausschuss des Bundestages die Petition öffentlich behandeln muss.

Die Petition konnte bis zum 17.6.2010 unterzeichnet werden.

(03.06.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Seite des Hebammenverbandes zur E-Petition
streik.tv-Beitrag (ab 2:22 min.) zur Situation der Hebammen

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