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Allgemeine News (Archiv)

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Mehr jedoch nicht ausreichendes Honorar für Hebammen 

In einer Einigung per Schiedsstelle wurde eine rückwirkende Erhöhung der Hebammenvergütungen vereinbart. Sie gilt ab dem 1. Juli, zu dem die Kosten für eine Haftpflichtversicherung der Geburtshilfe sprunghaft gestiegen sind. Während der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Regelung begrüßt, spricht der Deutsche Hebammenverband von einer " bitteren Enttäuschung".


Der Hebammenverband kritisiert, dass in der Schiedsstelle keine angemessene Gebührenerhöhung vereinbart werden konnte, die die gestiegenen Haftpflichtprämien kompensiert. Wenn es nicht gelinge, eine realistische Perspektive für die freiberuflich tätigen Kolleginnen zu entwickeln, so die Präsidentin des deutschen Hebammenverbandes Martina Klenk, "werden noch viele die Geburtshilfe aufgeben". Die Schiedsstelle hatte laut GKV-Spitzenverband zuvor als Eckpunkte der Vergütung ab Anfang Juli festgelegt:
  • Die Honorare für außerklinische Geburten steigen um 100 Euro,
  • die Honorare pro Geburt in einer Klink steigen um 8 Euro,
  • eine abgebrochene Hausgeburt, kann abgerechnet werden, wenn die Hebamme die Geburt in der Klinik weiter betreut.
Zudem verpflichteten sich der GKV-Spitzenverband und die Hebammenverbände, weitere Gespräche zu führen. In denen sollen Vereinbarungen getroffen werden zu den Wegegeldpauschalen sowie zu der pauschalen Vergütung von Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse. Die Hebammen kritisierten nun in einer Mitteilung vom 9. Juli, dass der GKV-Spitzenverband den Schiedsstellenspruch als Erfolg vermelde, "ohne zu erwähnen, dass sich die genannten Erhöhungen auf den Vergütungsstand vom 31. 12. 2009 beziehen". Die genauen Beträge, so der Verband, müssten erst noch in weiteren Terminen ermittelt werden. "Aber bereits heute wissen wir", so Klenk "dass das Ergebnis in keinster Weise existenzsichernd sein wird".

Die Vergütung der Hebammen war Ende Juni auch Thema im Petionsausschuss, nachdem sich in einer der erfolgreichsten E-Petitionen überhaupt mehr als 106.000 Menschen per Online-Petition an den Bundestag gewandt hatten. In und nach der Sitzung hatten die SPD-Fraktion wie die Linke bereits gewarnt, die Hoffnungen allein auf ein Schiedsverfahren zu setzen und angeregt, bei einem schlechten Ergebnis für die Hebammen den "Steuerfonds" einzurichten, den die Hebammen zur Verbesserung ihrer Lage forderten. Die Regierung hingegen lehnt eine solche gesetzliche Regelung ab.

(12.07.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
mediafon-Meldung zur Hebammen-Situation (3.6.2010)
streik.tv-Beitrag (ab 2:22 min.) zur Situation der Hebammen vom 23.6.2010

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