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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

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Steuer-News (Archiv)

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Arbeit im Ausland
Differenzen um Künstlersteuer mit Österreich beigelegt 

Mit einer "Konsultationsvereinbarung" haben Österreich und Deutschland die Differenzen beigelegt, die sich in der Vergangenheit bei der Besteuerung von Künstlern und Sportlerinnen im jeweils anderen Land aus dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen beiden Ländern ergeben haben: Die Steuer steht grundsätzlich dem Land zu, in dem der Auftritt stattfindet.


33 Artikel und 16 Protokoll-Anmerkungen umfasst das Abkommen vom 24. August 2000, das verhindern soll, dass Personen, die zwischen Deutschland und Österreich grenzüberschreitend tätig sind, in beiden Staaten Einkommensteuer zahlen müssen. Zu wenig Regelungen offenbar, denn in Bezug auf Künstlerinnen und Sportler war das Doppelbesteuerungsabkommen so zweideutig bzw. missverständlich, dass es immer wieder zu Streitfällen kam. Die sollen durch eine "Konsultationsvereinbarung" vom 9./12. Juli 2010, die auch rückwirkend gelten soll, nun ein für allemal ausgeräumt sein. Klarheit bringt die Vereinbarung für
  • Auftritte von "Bühnen-, Film-, Rundfunk- und Fernsehkünstlern sowie Musikern und Sportlern" im jeweils anderen Land. Hier darf immer das Land die Hand aufhalten, in dem der Auftritt stattfindet.
  • Vergütungen für das Recht auf Benutzung des Namens, des Bildes oder sonstiger Persönlichkeitsrechte werden jeweils in dem Staat versteuert, aus dem die Zahlung stammt – und zwar unabhängig davon, ob die Vergütung im Zusammenhang mit einem Auftritt in diesem Land gezahlt wird oder nicht.
  • Entgelte für die Aufzeichnung oder Übertragung (auch Live-Übertragung) "von künstlerischen und sportlichen Darbietungen durch Rundfunk und Fernsehen" unterliegen derselben Regel: Der Staat, aus dem das Geld stammt, kriegt die Steuern. Egal ob das Ereignis tatsächlich in diesem Staat stattgefunden hat.
  • "Vergütungen für die Überlassung von Verwertungsrechten", also z.B. Honorare für Bücher, Musikstücke, journalistische Beiträge oder Computerprogramme, unterliegen nicht dieser Regel, sondern werden dort versteuert, wo der Empfänger seinen Beruf ausübt. (Jedenfalls was die Einkommensteuer angeht – für die Umsatzsteuer gilt eine ganz andere Regel).
  • Werden Darbietungen dagegen durch "Aufzeichnung und Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen" verwertet, so gilt der dritte Spiegelstrich. Wird ein einheitliches Honorar für die Darbietung und die Übertragung gezahlt, so muss das gesamte Honorar in dem Land versteuert werden, aus dem das Honorar stammt. Das gilt auch für Wiederholungshonorare, die Schauspieler für eine nochmalige Ausstrahlung erhalten. (Wiederholungshonorare für Rundfunk- und Fernsehautorinnen werden in diesem Papier nicht erwähnt.)
  • Studioaufnahmen gelten im Sinne der bisherigen Spiegelstriche als "Darbietungen" – das Honorar dafür wird also in dem Staat versteuert, in dem die Aufnahme stattfindet.
Einfacher wird das alles also nicht. Zumal diese Vereinbarung nur zwischen Deutschland und Österreich gilt, obwohl zu vermuten ist, dass auch die Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten vergleichbare Unklarheiten enthalten.

(07.09.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland – Österreich
Die "Konsultationsvereinbarung" vom 9./12. Juli 2010 im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zur Besteuerung ausländischer Einkünfte

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