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Allgemeine News (Archiv)

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Geschäftsalltag
Kostenlose Geschäftskonten bleiben Mangelware 

Auf Selbstständige kann man getrost verzichten: Dass diese Einstellung bei den meisten Banken vorherrscht, offenbart ein Test der Zeitschrift "Finanztest": Nur drei von 89 befragten Banken bieten ein kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler oder Gewerbetreibende an. Einige andere machten gegenüber den Testern gar keine Angaben, weil sie "keine Vermarktung wünschen".


Für Privatleute sind sie längst selbstverständlich: Zahlreiche Banken bieten kostenlose Girokonten – zumindest wenn man sie online führt. Voraussetzung ist häufig ein regelmäßiger Gehalts- (oder Renten-)Eingang. Selbstständige haben den in der Regel nicht zu bieten – deshalb müssen sie für ihre Konten zahlen:

Für ein Geschäftskonto liegen die Grundgebühren laut Finanztest (Heft 10/2010) zwischen 1,50 (Volksbank Villingen) und 49,90 € (Deutsche Bank Business Bestkonto) im Monat. Dazu kommen in der Regel Gebühren für jede Buchung – zwischen 0,04 (Hamburger Sparkasse Geschäftsgiro online) und 2,50 € (Berliner Sparkasse ab der 26. Buchung); manche lassen sich die Kontoauszüge extra bezahlen, und fast alle die EC-Karte, die heute Girocard heißt, mit 5 – 10 €. Eine Kreditkarte schlägt noch einmal mit bis zu 37,50 € zu Buche (Berliner Bank und Berliner Sparkasse). Einen Guthabenzins bieten dagegen nur sieben der befragten Banken an – er liegt zwischen 0,25 und 1,5 % (Berliner Bank). Beim Dispo, der hier "Kontokorrentkredit" heißt, langt die Kölner Bank besonders hin: Sie verlangt 3,0 % "Bereitstellungsprovision" schon, wenn man sich einen Kreditrahmen nur einräumen lässt – nimmt man ihn dann tatsächlich in Anspruch, kostet das 13,5 %.

Lediglich drei Banken geben an, ein kostenloses Geschäftskonto anzubieten. Die Deutsche Skatbank und die Ethikbank verzichten allerdings nur auf die Grundgebühren für das Konto, das online geführt werden muss; zudem sind schon Buchungen gebührenpflichtig, und auch eine Girocard schlägt mit 5,00 bzw. 10,50 € zu Buche. Als einzige Bank verzichtet auf all diese Gebühren die DKB bei ihrem Businesskonto, das sie allerdings nur bestimmten Berufen anbietet, zu denen Freiberufler in publizistischen, kreativen, lehrenden, sozialen und IT-Berufen nicht gehören!

Nach Kenntnis von mediafon bieten immer wieder auch weitere Banken "kostenlose Girokonten für Selbstständige" an. Aber Vorsicht: Hier handelt es sich – wie z.B. bei einem kürzlich beworbenen Konto der ING-DiBa – häufig nicht um ein Geschäftskonto, sondern lediglich ein kostenloses privates Girokonto, das die Bank großzügig auch Freiberuflern anbietet, die keinen regelmäßigen Gehaltseingang haben.

Eine kostengünstige Alternative ist ein kostenloses Online-Privatkonto, wie es viele Banken anbieten. Zwar untersagen häufig die Geschäftsbedingungen der Banken, dass man diese Konten zu geschäftlichen Zwecken nutzt – aber wer auf seinem Konto nicht allzu viel Zahlungsverkehr hat: Es ist Selbstständigen keineswegs vorgeschrieben, dass sie ihren geschäftlichen Geldverkehr über ein gesondertes Geschäftskonto abwickeln müssen! Zudem lassen die Eröffnungsprozeduren einiger Banken für ihre Geschäftskonten vermuten, dass sie auf diese Kundschaft ohnehin keinen großen Wert legen: Kreditkarten und Kontokorrentkredit gibt es in der Regel erst nach einer "Prüfung der Kreditwürdigkeit", die nicht selten richtig demütigend ausfällt.

(09.10.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
"Verhandeln lohnt sich" – Test aus Finanztest 10/2010 (Download kostenpflichtig)
Der mediafon-Ratgeber zum Sinn von Geschäftskonten

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