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Steuer-News (Archiv)

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Einkommensteuer
Bücher für den Job sind Betriebsausgaben 
Bücher, die für berufliche Zwecke angeschafft und auch ganz überwiegend dafür genutzt werden, sind Arbeitsmittel und müssen bei der Gewinnermittlung als Betriebsausgaben anerkannt werden. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, musste eigens der Bundesfinanzhof bestätigen: In einem Urteil vom 20. Mai 2010, das jetzt veröffentlicht wurde, wies er ein oberpingeliges Finanzamt in die Schranken.

Bücher und Zeitschriften als Betriebsausgaben? In diesem ewig aktuellen Streit zwischen Finanzämtern und Steuerpflichtigen hat der Bundesfinanzhof mal wieder ein Machtwort gesprochen. Im vorliegenden Fall hatte ein Finanzamt einem (angestellten) Lehrer für Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik die von ihm als Werbungskosten geltend gemachten Ausgaben für Fachliteratur von 2.150 € zunächst komplett gestrichen und dann, nach seinem Einspruch, immerhin pauschal zu 50 Prozent anerkannt.

Das reichte dem Lehrer aber nicht: Er klagte – und verlor zunächst vor dem Finanzgericht. Das stellte nämlich für alle angeschafften Bücher pauschal fest, "es handele sich um Bücher, die auch von zahlreichen Steuerpflichtigen gekauft würden, die keine berufliche Verwendung dafür hätten". Deshalb seien sie als "Gegenstände der Lebensführung" nicht zum Werbungskostenabzug zugelassen.

So einfach aber geht das nicht, sagte der Bundesfinanzhof. Es müsse vielmehr für jedes Buch einzeln geprüft werden, ob es eine berufliche Verwendung gefunden habe. Und dabei sei auch nicht maßgeblich, ob "und in welcher Häufigkeit" das jeweilige Schriftwerk "Eingang in den Unterricht gefunden" habe. Vielmehr könne "auch die Verwendung der Literatur zur Unterrichtsvor- und -nachbereitung oder die Anschaffung von Büchern und Zeitschriften für eine Unterrichtseinheit, die nicht abgehalten worden ist, eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung der Literatur begründen" und damit den Werbungskostenabzug rechtfertigen.

Die Prüfung muss das Finanzgericht nun noch einmal vornehmen, und zwar für jedes Buch einzeln. "Dies kann sehr mühselig sein", heißt es mitfühlend am Ende der Pressemitteilung des BFH zum dem Urteil, das 1 : 1 auch auf den Betriebskostenabzug bei Selbstständigen zu übertragen ist. (Aktenzeichen VI R 53/09).

(01.11.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Die Pressemitteilung des BFH dazu
Der mediafon-Ratgeber zu Büchern als Arbeitsmittel

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