Zurück zur StartseiteNewsWer wir sindDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Allgemein  
  Recht  
  Versicherungen  
  Steuern  
  Archiv  
            
  Newsletter  


Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
Unfallversicherungsprämien für Kreative explodieren 

Mit einer drastischen Beitragserhöhung wartet die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zum Jahresbeginn für alle künstlerischen Berufe auf. Nachdem sie zuletzt bereits ihren Beitragsschlüssel um 11,6 Prozent angehoben hatte, gilt vom 1.1.2011 an einer neuer Gefahrtarif, der zwar einige Beiträge sinken lässt, die Mindestbeiträge für Künstler und Künstlerinnen gegenüber dem Jahr 2002 aber verdreifacht.


Viele Jahre lang galt die gesetzliche Unfallversicherung als der einzige Zweig der gesetzlichen Sozialversicherung, dessen Beiträge sich äußerst moderat entwickelten und oft sogar fielen. Das trifft inzwischen leider nicht mehr zu: Ein Schriftsteller etwa, der im Jahre 1990 noch zu einem Mindestbeitrag von 126,- DM pro Jahr versichert wurde, musste im Jahre 2002 bereits mindestens 177,82 Euro bezahlen. Der neue Gefahrtarif, der am 1.1.2011 in Kraft tritt, führt für ihn nunmehr zu einem Mindestbeitrag von 516,56 €!

Andere Berufe kommen zum Glück glimpflicher davon. Für Versicherungsvertreter etwa sinkt der Mindestbeitrag sogar auf 178,07 €, und auch für freie Volkshochschuldozenten, Nachhilfe- und Musikschullehrerinnen geht der Beitrag nach erheblichen Steigerungen in den letzten Jahren wieder ein Stück zurück: Gegenüber dem alten Gefahrtarif sinkt der Beitrag um gut 15 Prozent und beträgt jetzt mindestens 223,70 € im Jahr.

Die Berufsgenossenschaften legen ihre Beiträge immer erst nachträglich nach dem tatsächlichen Schadensverlauf fest, so dass nie mehr Beiträge erhoben werden, als für die Leistungen tatsächlich gebraucht werden. Die hier genannten Zahlen sind also nur voraussichtliche Beträge auf Basis der Zahlen des zuletzt abgerechneten Jahres 2009. Dabei richtet sich der Beitrag nach dem spezifischen Risiko des jeweiligen Berufes, Opfer eines Berufsunfalls oder einer Berufskrankheit zu werden. Dieser Risikofaktor wird alle fünf Jahre neu berechnet und in einem Gefahrtarif festgelegt. Dabei scheinen einige Berufsgruppen jedoch allzu grob gefasst zu sein: Bildende Künstler und Schriftstellerinnen werden dabei in die gleiche Risiko- (und Beitrags-)Gruppe einsortiert wie etwa Artistinnen und Stuntmen – so das der hohe Beitrag zumindest statistisch gar nicht so verwunderlich erscheint. Dadurch aber zahlen sie für ein höheres Unfallrisiko als z.B. Fitnesstrainer.

Spätestens nach dieser Erhöhung kann die Empfehlung von mediafon, dass sich Selbstständige auf jeden Fall freiwillig in ihrer Berufsgenossenschaft versichern sollten, nicht mehr ohne Einschränkung aufrecht erhalten werden. Aber da sollte man genau hinschauen, denn für einige Berufe ist die VBG nach wie vor unschlagbar günstig: Für Softwareentwickler etwa, Grafikdesigner, Werbeagenturen, Journalistinnen und Fotojournalisten bleibt es auch nach dem neuen Gefahrtarif beim Mindestbeitrag von ganzen 81,-- € im Jahr.

Deutlich harmloser fielen die Beitragserhöhungen in den beiden anderen Berufsgenossenschaften aus, die für Selbstständige im Bereich dieses Ratgebers in Frage kommen: Die BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse) erhöhte ihren Beitragsschlüssel für das zuletzt abgerechnete Jahr 2009 um 2,9 %; die BGW (Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) um ganze 0,5 %! In beiden BGen bleiben die bisherigen Gefahrtarife im Jahr 2011 weiter in Kraft.

(23.12.2010)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur Berufsunfallversicherung (mit weiteren Beitragsbeispielen)
Homepage der VBG

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum