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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Umsatzsteuer
Kleinunternehmerbefreiung zu Ende? Wie jetzt weiter? 

Aus gegebenem Anlass ein praktischer Hinweis für alle, die bisher als Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit waren, im Jahr 2010 aber mehr als 17.500 Euro Umsatz gemacht haben, und sich jetzt den Kopf zerbrechen: Wenn ich im neuen Jahr eine Rechnung für Leistungen schreibe, die ich noch im alten Jahr erbracht habe – muss ich dann dafür auch schon Umsatzsteuer berechnen?


Der 1. Januar ist der einzige Zeitpunkt im Jahr, zu dem Leute, die bisher von der Umsatzsteuerfreiheit für Kleinunternehmer profitiert haben, verpflichtet werden können, Umsatzsteuer zu erheben und an das Finanzamt abzuführen. Nämlich dann, wenn ihr Umsatz im Vorjahr über 17.500 € lag. Und der einzige Zeitpunkt, zu dem Leute, deren Umsatz unter 17.500 € gesunken ist, wieder zur Umsatzsteuerfreiheit für Kleinunternehmer zurückkehren können. Aber von welcher Rechnung an gilt der neue Status?

Wer ab 1.1.2011 umsatzsteuerpflichtig ist, für den ist der Zeitpunkt der Leistung maßgeblich. Das Datum, zu dem die Rechnung geschrieben oder bezahlt wird, spielt keine Rolle. Also: Leistung noch in 2010 erbracht, Rechnung aber erst in 2011 geschrieben: Keine Umsatzsteuer. Wer dagegen schon im alten Jahr eine Vorauszahlung für Leistungen bekommen hat, die er erst im neuen Jahr erbringen wird, muss(te) dafür bereits Umsatzsteuer berechnen. Stand die auf der entsprechenden Rechnung noch nicht drauf, muss man sie nachträglich in Rechnung stellen. (Das geht in der Regel völlig problemlos, da der Auftraggeber diese Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen kann, wodurch sie ihn keinen einzigen Cent kostet.)

Wer ab 1.1.2011 keine Umsatzsteuer mehr zu erheben braucht, weil sein Umsatz 2010 unter die 17.500-€-Grenze gesunken ist, für den gilt zunächst dasselbe: Die Steuerpflicht richtet sich nach dem Zeitpunkt der Leistung. Konkret gibt es da allerdings wieder zwei Möglichkeiten:
  • Hat er bisher seine Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten abgeführt, so gibt es kein Problem: Auf jeder in 2011 geschriebenen Rechnung für Leistungen aus 2010 muss noch Umsatzsteuer drauf stehen. Diese Leistungen tauchen ohnehin schon in den Umsatzsteuervoranmeldungen von 2010 auf. Und für alle Leistungen ab 2011 besteht keine Umsatzsteuerpflicht mehr.
  • Hat sie dagegen bisher ihre Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten abgeführt, so muss sie eine Abweichung vom Prinzip beachten: Für Leistungen nämlich, die 2010 erbracht, aber erst 2011 bezahlt werden, bleibt die Steuerpflicht bestehen, und zwar in dem Quartal, in dem das Geld auf dem Konto eingeht. Das ist ein wenig verwirrend, weil sie damit für diese Beträge in 2011 noch Umsatzsteuervoranmeldungen und -erklärungen machen muss, obwohl ihre Umsatzsteuerpflicht doch längst beendet ist. Und wird ganz blödsinnig bei Abschlagszahlungen auf Leistungen im nächsten Jahr. Die sind nämlich, wenn sie noch im alten Jahr erfolgen, steuerpflichtig – obwohl die Abschlussrechnung im neuen Jahr dann umsatzsteuerfrei bleibt.
Ein wenig nachdenken sollte man schließlich über Leistungen, die man teilweise im alten und teilweise im neuen Jahr erbracht hat: Die Rechnungen dafür müssen nämlich streng genommen in einen umsatzsteuerfreien und einen umsatzsteuerpflichtigen Teil aufgesplittet werden. Ob und wie man da einen eleganten Ausweg findet, bleibt der eigenen Phantasie überlassen.

Klar: Das könnte man alles viel einfacher und einleuchtender regeln. Aber auch dies ist eines der Probleme, die sie bei der großen Steuervereinfachung in Berlin offenbar einfach übersehen haben.

(02.01.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zur Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuergesetz

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