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Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

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Allgemeine News (Archiv)

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Honorarsituation
Die Krise am IT-Projektmarkt scheint vorbei 

Die Krisendelle scheint ausgebügelt: Nach dem Tiefpunkt im Jahre 2004 liegen die Honorarforderungen der Selbstständigen im IT-Bereich im letzten halben Jahr mit durchschnittlich 72 € pro Stunde nur noch einen Euro unter dem bisher höchsten Stand im Jahre 2002. Das geht aus der neuesten Stundensatz-Auswertung des Freiberuflerportals gulp.de hervor. Die von den Auftraggebern angebotenen Stundensätze liegen mit 70 € dagegen noch deutlich unter dem damaligen Höchststand von 75 €.


In die Auswertung zum Stichtag 1.2.2011 eingegangen sind die Daten von rund 74.000 Freiberuflern, die ein Profil bei GULP haben, sowie von jeweils mehr als 10.000 Projektanfragen, die zuletzt monatlich über GULP abgewickelt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse:
  • Mit 72 € sind die durchschnittlich verlangten Stundensätze gegenüber dem letzten Halbjahr erneut leicht (um einen Euro) gestiegen. Seit Beginn der GULP-Auswertungen bewegten sie sich zwischen 60 (1998) und 73 € (2002).
  • Die Stundensätze in den GULP-Profilen, an die Auftraggeber Anfragen gerichtet haben, liegen mit durchschnittlich 70 € nun schon seit einem ganzen Jahr (und das erstmals 2003) wieder unter den Forderungen der Freiberufler, was auf eine immer noch schwächere Position der Auftragnehmer hin deutet..
  • Deutlich höher sind die geforderten Stundensätze weiterhin in der Schweiz (Anstieg von 85 auf 87 €), während Österreich fast auf das deutsche Niveau zurückgefallen ist (Rückgang von 74 auf 73 €). Die kontaktierten Stundensätze gingen dort sogar von 76 auf 72 € zurück, während sie in der Schweiz bei 82 € stagnierten.
  • Unter den deutschen Regionen liegen die Postleitzahlenbereiche 5... und 6.... mit geforderten 74 € weiterhin an der Spitze – allerdings hat in dieser Auswertung auch der Bereich 2... zu ihnen aufgeschlossen. Am wenigsten verlangten weiterhin die IT-Freiberufler in den Postleitzahlbereichen 0.... (64 €) und 1.... (68 €).
  • Innerhalb der Berufsgruppen liegen unverändert die Projektleiter mit 79 (zuletzt 78) € und die Berater mit 76 (75) € vorn, während die Administratoren mit unverändert 58 € weiterhin das Ende der Tabelle bilden. Den zweit- und drittletzten Platz nehmen ebenfalls unverändert die Gruppen Hardware-Entwicklung mit 59 € (unverändert) und Engineering mit 64 (63) € ein. Die Trainer haben die Softwareentwickler (67 €) inzwischen überholt und erreichen mit 70 (68) € schon fast den Durchschnittswert.
  • Erfreulich ist, dass sich mittlerweile nur noch einer von 200 IT-Selbstständigen (0,51 Prozent) mit einem Stundensatz von weniger als 30 € zufrieden gibt. Auftraggeber wollen solche Billiganbieter offenbar auch gar nicht: An Anbieter mit diesem Stundensatz richtete sich lediglich eine von 400 Projektanfragen (0,26 Prozent)! Einen Stundensatz von 100 € und mehr verlangen dagegen 8,97 Prozent – aber auch sie werden unterdurchschnittlich häufig kontaktiert: Mehr als die Hälfte aller Anfragen potentieller Auftraggeber (51,54 Prozent) ging im letzten halben Jahr an Leute mit Stundensätzen zwischen 60 und 79 €.
Diese Entwicklung deckt sich in etwa mit der, die die IG Metall für die Gehälter der angestellten IT-Experten festgestellt hat. Nach ihrer jetzt vorgelegten Untersuchung "Entgelt in der ITK-Branche 2011" sind diese Gehälter in 102 untersuchten Betrieben mit 120.000 Beschäftigten im Jahre 2010 um 1,5 Prozent gestiegen, wobei sich jedoch je nach Beruf erhebliche Unterschiede zeigten. So stiegen die Gehälter im Vertrieb um 9,9, im kaufmännischen Bereich um 5,9 Prozent, in den Bereichen Markting, Service Technik, Beratung und Verwaltung nur um 1,5 – 2,0 Prozent; in den Rechenzentren und der Hardware-Entwicklung gingen sie sogar geringfügig um 0,3 – 0,5 Prozent zurück. Dabei waren die Steigerungen in tarifgebundenen Unternehmen jeweils deutlich höher als im allgemeinen Durchschnitt.

Während sich die Bezahlung von Frauen in der IT-Branche immer mehr der der Männer annähert, geht ihre Zahl Besorgnis erregend zurück. Nach Angaben er IG Metall lag der Frauenanteil hier im Jahre 2010 auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren; auch die Anteil der mit jungen Frauen abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging zurück und liegt nunmehr nur noch bei acht Prozent – dem niedrigsten Wert seit Jahren.

Die Analyse "Entgelt in der ITK-Branche 2011" (ISBN 978-3-7663-6083-0, 156 Seiten, 14,90 €) ist beim Bund-Verlag zu bestellen.

(28.02.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
GULP-Mitteilung zur neuesten Auswertung
Das gesamte Zahlenmaterial seit 1998
Pressemitteilung der IG Metall zur Gehaltsentwicklung

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