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Steuer-News (Archiv)

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Einkommensteuer
Wem steht 'kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung'? 

Nachdem der Gesetzgeber mit dem Jahressteuergesetz 2010 die in 2006 verschärften Regeln zum häuslichen Arbeitszimmer wieder gelockert hatte, hat das Finanzministerium am 2. März in einem Rundschreiben erläutert, was ein häusliches Arbeitszimmer aus steuerrechtlicher Sicht ausmacht und wie die Finanzämter hierbei verschiedene berufliche Situationen zu beurteilen haben. Neu darin ist vor allem die Definition, was ein "anderer Arbeitsplatz" ist.


Mit dem am 7. März veröffentlichten BMF-Schreiben vom 2.3.2011, das an die obersten Länder-Finanzbehörden gerichtet ist, hat das Bundesfinanzministerium sein bisher gültiges BMF-Schreiben vom 3.4.2007 im Wesentlichen um den Punkt "VI" ergänzt, der sich mit der Frage befasst, wann einem Steuerpflichtigen "kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung" steht, so dass er die Kosten des häuslichen Arbeitszimmer immerhin bis zur Höhe von 1.250 € im Jahr absetzen kann. Diese Änderung wurde durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli 2010 nötig.

Nach dem Runschreiben geht es hier nicht darum, ob dem Steuerpflichtigen irgendein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Sondern es kommt darauf an, ob er diesen Arbeitsplatz auch tatsächlich für alle seine beruflichen und betrieblichen Tätigkeiten nutzen kann. Als Beispiele für Selbstständige, die diese Regelung für sich in Anspruch nehmen können, nennt das Rundschreiben den Orchestermusiker, der zwar im Konzertsaal auftritt, dort aber nicht üben kann, und die Lehrerin, der ihren Unterricht zwar in einer Bildungseinrichtung erteilt, dort aber keinen Schreibtisch hat, an dem sie ihren Unterricht vorbereiten könnte. Beide können also die Kosten für ihr häusliches Arbeitszimmer bis zur Höhe von 1.250 € im Jahr als Betriebsausgaben geltend machen.

Klargestellt wird in dem Rundschreiben außerdem, dass es den Höchstbetrag nur einmal pro Jahr und Arbeitszimmer gibt. Wer in seinem Arbeitszimmer verschiedenen (Erwerbs-)Tätigkeiten nachgeht, darf den Höchstbetrag von 1.250 € also nur einmal ansetzen – gegebenenfalls anteilig aufgeteilt auf die verschiedenen Tätigkeiten. Und wenn mehrere Personen in ein und demselben Arbeitszimmer arbeiten, müssen sie den Höchstbetrag von 1.250 € ebenfalls unter sich aufteilen. Dass ein Ehepaar für sein gemeinsames Arbeitszimmer insgesamt 2.500 € geltend machen kann, wie das früher erlaubt war, geht nun nicht mehr. Behauptet jedenfalls das Ministerium in seinem Rundschreiben – im Gesetz ist eine Bestimmung, aus der das hervorginge, allerdings nicht zu finden.

Unberührt von diesem Rundschrieben bleiben alle, die kein häusliches Arbeitszimmer, sondern einen betrieblichen Arbeitsraum in oder außerhalb ihrer Wohnung haben, oder die in ihrem häuslichen Arbeitszimmer den Mittelpunkt ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Betätigung haben. Beide Gruppen dürfen weiterhin die kompletten Kosten des Arbeitsraums als Betriebsausgaben geltend machen.

(07.03.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu Arbeitsräumen

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