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Allgemeine News (Archiv)

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Hebammen
Streik zum 'Internationalen Hebammentag' 

Vom 2. bis zum 5. Mai, dem "Internationalen Hebammentag", wird es in Schleswig-Holstein keine Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere, keine Geburtsvorbereitung und keine Wochenbettbetreuung durch freie Hebammen geben. Weil sich trotz massiver öffentlicher Unterstützung nichts tut, um die prekäre Lage der Hebammen zu verbessern, ruft der Hebammenverband Schleswig-Holstein zum Streik auf.


Das Problem ist seit Jahren Thema von mediafon-Meldungen: Freiberuflich tätige Hebammen erhalten in Deutschland schon längst keine angemessenen Vergütungen mehr; dagegen sind ihre Haftpflichtprämien in existenzgefährdende Höhen geschossen: 2009 lagen sie zehnmal so hoch wie 1992. Eine elektronische Petition des Deutschen Hebammenverbandes hierzu erreichte im letzten Jahr mit 105.386 Unterzeichnungen die höchste Zahl von elektronischen Unterschriften, die jemals eine Petition im E-Petition-System des Deutschen Bundestages erreichte. Seither, d.h. seit dem 17.6.2010, befindet sich die Petition laut Bundestag "in der parlamentarischen Prüfung". Eine minimale Honorarerhöhung zum 1.7.2010 geriet für den Hebammenverband zur "bitteren Enttäuschung", und für die von Gesundheitsminister Rösler angekündigte gesetzliche Regelung des Haftpflichtproblems gibt bis heute nicht einmal einen Vorschlag.

Nachdem auch die Hebammenstreiks in Berlin, Baden-Württemberg und Thüringen um die Jahreswende keine spürbare Resonanz in der Politik gefunden hatten, ruft nun der Hebammenverband Schleswig-Holstein seine Mitglieder vom 2. bis zum 5. Mai 2011 zum Streik auf. In ihrem Bundesland, so die Vorsitzende Margret Salzmann, hätte inzwischen jede fünfte freiberufliche Hebamme die Geburtshilfe aufgegeben. Als Folge fänden viele Schwangere vor allem auf dem Land keine Hebamme mehr – während in den Kreißsälen zugleich die medizinisch-technische Überversorgung zunehme.

Während der Streiktage wollen die Hebammen nur Notfälle und Spontangeburten betreuen – dazu wird in jedem Landkreis mindestens eine Notfallpraxis zur Verfügung stehen. Alle anderen Schwangeren fordert der Verband auf, sich bei Bedarf zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus zu begeben – und sich vor allem bei ihrer Krankenkasse zu beschweren, wenn sie keine Hebamme finden!

In den anderen Bundesländern finden zum 5. Mai verschiedenartige Aktionen statt – von Protestdemonstrationen (Berlin, Bremen, Bostalsee/Saarland, Freiburg, Kassel, Köln, Oldenburg) über Infostände und Tage der offenen Tür in Hebammenpraxen (Mecklenburg-Vorpommern, Idstein/Hessen) bis zu einer Protest-Kahnfahrt durch den Spreewald (Lübben/Brandenburg).

(26.04.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Streikinformationen des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein
Bundesweite Aktionsübersicht des Hebammenverbandes

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