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Steuer-News (Archiv)

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Termine
Steuer für 2016 erklären - oder Verlängerung beantragen 
Wer in 2016 ausschließlich selbstständig tätig war und dabei mehr als 8.652 € eingenommen hat, muss bis zum 31.5.2017 eine Einkommensteuererklärung abgeben. Ebenso, wer neben einer Anstellung mehr als 410 € (im Jahr!) verdient hat. - Wer die Erklärung bis Ende Mai nicht schafft, sollte das Finanzamt jetzt um eine Fristverlängerung bitten. Die wird üblicherweise bis Ende September gewährt.

Es ist ziemlich normal, und die Finanzämter werden üblicherweise auch nicht misstrauisch dabei: Fast alle Selbstständigen haben ausgerechnet im Mai immer so viel zu tun, dass sie daneben unmöglich noch ihre Steuererklärung fertig machen können. In einigen Bundesländern ist die Frist daher schon in 2017 um zwei Monate verlängert worden - dort hat die Erklärung der Einkommensteuer noch bis Ende Juli Zeit, die Umsatzsteuererklärung ist allerdings auch dort bereits Ende Mai fällig.

Obwohl der Abgabetermin für die Vorjahres-Steuererklärung bei Selbstständigen - bis auf die Länder-Ausnahmen - immer der 31. Mai ist, macht eine Verspätung in der Regel auch gar nichts. Vorausgesetzt, man lässt den Termin nicht kommentarlos verstreichen, sondern bitten das Finanzamt um eine "stillschweigende Fristverlängerung" bis zum 30. September.

Eine solche Verlängerung kann man mit einem formlosen Schreiben an das Finanzamt beantragen und darin sollte ein zumindest halbwegs einleuchtender Grund für die Verlängerung genannt werden. Etwa eine Krankheit, ein plötzlich hereingekommener Großauftrag oder dass die Bank die Steuerbescheinigungen für die Kapitalertragssteuer noch immer nicht geliefert hat. Nicht vergessen sollte man bei dem Antrag das Wörtchen "stillschweigend" – das freut das Finanzamt, weil es auf einen solchen Antrag nicht zu antworten braucht: Lehnt es die Fristverlängerung nicht ausdrücklich ab, so gilt die Verlängerung als erteilt – stillschweigend eben. Lässt man das Wort weg, dann reicht Stillschweigen nicht mehr, dann muss sich das Finanzamt dazu extra schriftlich äußern. Und so etwas macht nicht unbedingt Freunde.

Also schreibt man etwa:
"Leider schaffte ich es in diesem Jahr nicht, den Termin für die Abgabe der Steuererklärung einzuhalten, weil . . . Ich bitte Sie daher, die Abgabefrist stillschweigend bis zum 30. September zu verlängern.
Mit freundlichen Grüßen . . ."


Wer mit der Steuererklärung einen Steuerberater beauftragt hat, braucht sich um die Verlängerung nicht zu kümmern. In diesem Fall muss die Steuererklärung ohnehin erst bis zum 31.12.2017 abgegeben werden. Und wer – etwa als Scheinselbstständiger oder Arbeitnehmerin – nur Einkünfte "auf Lohnsteuerkarte" hatte (also solche, von denen bereits Lohnsteuer einbehalten wurde), braucht gar keine Steuererklärung abzugeben. Sie kann es jedoch freiwillig tun (was sich meistens lohnt), hat dafür aber bis zum 31.12.2020 Zeit. (Vier Jahre seit Ablauf des Jahres der Steuerentstehung.)

Die "normale" Verlängerung bis zum 30. September wird in der Regel problemlos und ohne Nachfragen gewährt – manchmal wird sie auch bis zum Jahresende akzeptiert. Dieser Termin allerdings ist dann einzuhalten. Wer (noch mal) eine weitere Verlängerung – bis Ende Februar oder Ende Mai – haben möchte, braucht schon eine wirklich gute, einleuchtende Begründung.

Wer den Termin für die Steuererklärung überzieht, ohne eine Verlängerung beantragt zu haben, dem kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag von bis zu zehn Prozent der zu erwartenden Steuer aufbrummen. Und bei denjenigen, die dann auch noch die folgenden Mahnungen und Fristsetzungen ignorieren, kann das Finanzamt die Steuer schätzen. Und solche Schätzungen fallen in der Regel sehr noch aus!

Für die Umsatzsteuererklärung gelten wieder andere Regeln. Auch die muss zum 31. Mai abgegeben werden, die darin errechnete Steuerschuld aber muss spätestens binnen eines Monats ohne Aufforderung durch das Finanzamt überwiesen werden (und ohne den Steuerbescheid abzuwarten – den es ohnehin nur gibt, wenn das Finanzamt mit der Erklärung nicht einverstanden ist).

Und nicht vergessen: Selbstständige müssen all diese Steuererklärungen an das Finanzamt elektronisch übermitteln. Das gilt sowohl für Gewerbetreibende als auch für freie Berufe. Wer es noch nicht getan hat, sollte sich daher unbedingt auch noch beim Finanzamtsportal Elster registrieren.

(31.05.2017)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu Steuerterminen und -fristen

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