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Steuer-News (Archiv)

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Häusliches Arbeitszimmer
50 Prozent der Internetgebühren sind Betriebskosten 

Zur lange ungeklärten Frage, ob und wie weit die Kosten für einen privat
und beruflich genutzten Internetanschluss Betriebsausgaben sind, ist jetzt eine Entscheidung des Niedersächsischen Finanzgerichts bekannt geworden, die inzwischen vom Bundesfinanzhof bestätigt und damit rechtskräftig wurde: Im Normalfall kann man die Hälfte der Internetgebühren als Betriebsausgaben ansetzen – zusätzlich zu eventuellen Telefongebühren.


Für ein Telefon, das sowohl privat als auch beruflich genutzt wird, ist die Aufteilung schon lange klar: Ohne weiteren Nachweis werden 20 Prozent der Telefonrechnung, höchstens aber 20 € pro Monat als Betriebsausgaben anerkannt. Wer jedoch über drei "repräsentative" Monate per Einzelverbindungsnachweis einen höheren beruflichen Kostenanteil nachweist, kann diesen Anteil auch in den folgenden Monaten ansetzen – solange bis sich "die Verhältnisse ändern".

Ganz anders sieht es mit den Anschaffungskosten für beruflich und privat genutzte Computer aus: Die werden, sofern man den Computer überhaupt beruflich nutzt, pauschal zur Hälfte als Betriebsausgaben akzeptiert. Ein höherer Anteil ist nachzuweisen; bei einer beruflichen Nutzung von über 90 Prozent sind die Kosten sogar in voller Höhe Betriebsausgaben.

Für die Gebühren für einen beruflich und privat genutzten Internetanschluss hat sich das Niedersächsische Finanzgericht jetzt noch eine andere Regelung ausgedacht. Und die geht so:
  • Bei einem Pauschaltarif "Internet plus Telefon" gilt die oben beschriebene 20%/20€-Pauschale – und zwar nur einmal. Die Internetgebühren können also nicht zusätzlich geltend gemacht werden und fallen somit faktisch unter den Tisch.
  • Wird der Internet-Anschluss dagegen gesondert in Rechnung gestellt bzw. auf der Telefonrechnung gesondert ausgewiesen, so gilt für die Telefonkosten die 20%/20€-Pauschale. Auf die gesondert ausgewiesenen Internetgebühren wird zusätzlich die oben beschriebene Computer-Regel angewandt:
    • Wird das Internet überhaupt beruflich genutzt (was notfalls nachgewiesen werden muss), so gelten pauschal 50 Prozent der Internetgebühren als Betriebsausgaben.
    • Wer einen höheren beruflichen Kostenanteil ansetzen will, muss einen entsprechenden Nutzungsanteil nachweisen.
    • Liegt der nachgewiesene berufliche Nutzungsanteil über 90 Prozent, so gelten die gesamten Internetgebühren als Betriebsausgaben.
Gegen dieses Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts vom 17.12.2009 (Aktenzeichen 14 K 125/08) wurde seinerzeit keine Revision zugelassen. Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision wies der Bundesfinanzhof mit seiner Entscheidung VI B 18/11 zurück (in der er jedoch auf die Internetgebühren nicht mehr eingeht), so dass die Entscheidung rechtskräftig ist.

(17.05.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Der mediafon-Ratgeber zu Telefon- und Internetgebühren

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