Zurück zur StartseiteNewsWer wir sindDer mediafon-RatgeberTermine & SeminareHonorare, Empfehlungen, Verträge und TarifeVolltext-SucheInterner Bereich


  Übersicht  

  Allgemein  
  Recht  
  Versicherungen  
  Steuern  
  Archiv  
            
  Newsletter  


Unsere Fundgrube
zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

Zurück zur Übersicht

Reisekostenabzug bei Auslandssprachkursen präzisiert 

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jetzt erlaubt, Reisekosten für Sprachkurse im Ausland auch dann beruflich geltend zu machen, wenn zeitgleich eine private Veranlassung vorliegt. Bislang war bei gemischten Reisegründen eine Anerkennung nur möglich, wenn die Reiseteile hintereinander liegen und damit zeitlich genau getrennt werden können. Bei einem Intensiv-Sprachkurs im Ausland findet das Gericht nun eine 50/50-Aufteilung angemessen, obwohl grundsätzlich auch private Gründe für die gesamte Reise vorlägen.


Erst durch einen Schwenk seiner Rechtsprechung in den letzen Jahren hatte der BFH überhaupt erlaubt, die Kosten von Reisen aufzuteilen, bei denen Berufliches und Privates kombiniert werden. Mit diesem am 18. Mai veröffentlichten Urteil vom 24. Februar hat der Gerichtshof nun dieses Prinzip präzisiert und sich der Realität ein wenig weiter angenähert. Bei einer (Sprach-)Reise bleibt natürlich als generelle Voraussetzung für eine Steuerminderung, dass der Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit "nicht von untergeordneter Bedeutung" ist. Dann allerdings dürfen - anders als bei vielen anderen Ausgaben - die Kosten in einen privaten und betrieblichen Anteil aufgeteilt werden. Das war jedoch nach der bisherigen Rechtsprechung nur möglich, wenn "Veranlassungsbeiträge nacheinander verwirklicht werden", etwa indem an eine Dienstreise ein paar Urlaubstage angehängt werden. Dieses Gebot der strikten zeitlichen Trennung hat der Finanzhof nun aufgegeben und erlaubt, dass "Veranlassungsbeiträge, die gleichzeitig verwirklicht werden" ebenfalls aufgeteilt werden können.

Im konkreten Fall, einem Englisch-Sprachkurs in Südafrika aus dem Jahr 2000 (!), hat der BFH dem Finanzgericht aufgegeben, erneut zu verhandeln und zu klären, wie hoch der Anteil der beruflichen und privaten Kosten anzusetzen ist. Damit die untergeordnete Instanz zu einer richtigen Entscheidung kommt, haben ihr die Bundesrichter gleich ein paar Tipps für die Urteilsfindung mit auf den Weg gegeben: Das Finanzgericht soll berücksichtigen, dass eine Sprache in einem Land, in dem sie gesprochen wird, effizienter zu erlernen ist. Es darf nicht darauf abstellen, "dass ein Besuch von Sprachkursen im Inland den gleichen Erfolg hätte haben können" und auch gegebenenfalls erhöhte Kosten sind kein Argument eine Kurs nicht anzuerkennen. Andererseits jedoch soll das Finanzgericht den "touristischen Wert des Aufenthalts" berücksichtigen und bei einer Auslandsreise grundsätzlich auch privaten Erwägungen annehmen. Insgesamt findet der BFH bei einer Intensiv-Sprachreise eine "hälftige Aufteilung sämtlicher mit der Reise verbundenen Kosten" in Ordnung, solange weder der Kläger noch das Finanzamt gute Argumente für eine andere Aufteilung der Kosten haben.

(19.05.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
BFH-Pressemitteilung zum Urteil
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zu Reisekosten

Auf Sozialen Netzwerken posten:
Zum Seitenanfang

Meldung versenden   |    Druckversion dieser Seite   |   Impressum