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Steuer-News (Archiv)

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Einkommensteuer
Urlaub nachträglich als Dienstreise absetzen – geht nicht! 

Eine Urlaubsreise bleibt eine Urlaubsreise – auch wenn der Reisende darüber hinterher ein Buch oder einen Artikel publiziert. Dass sich solche Reisekosten nicht als berufsbedingte Aufwendungen steuerlich geltend machen lassen, hat das Sächsische Finanzgericht in einem jetzt bekannt gewordenen Urteil vom 13. Mai festgezurrt.


"Selbstständige können alles absetzen" – an dieses neiderfüllte Klischee glauben sogar einige Selbstständige und träumen davon, Urlaubsreisen von der Steuer absetzen zu können, indem sie sie nachträglich als Dienstreise deklarieren. Das geht aber nicht so einfach, meint jedenfalls das Sächsische Finanzgericht.

Im vorliegenden Fall hatte ein (angestellter) Sportredakteur in seinem Urlaub eine vierwöchige Survival-Tour in Canada mit Floßbau und Rafting auf dem Yukon unternommen und darüber später eine Reportage geschrieben, die über seine Agentur in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurde. Die Reisekosten von 5.960 € hatte er in seiner Steuererklärung als Werbungskosten angegeben. Begründung: Mit der Reportage habe er seinem Arbeitgeber seine Fähigkeiten als Reisereporter nachweisen wollen, um sich später bei ihm auf eine Auslandsstelle bewerben zu können. Das geschah jedoch nie.

Entscheidend für das Finanzgericht, diese Kosten als "ganz überwiegend privat motiviert" einzustufen, war jedoch, dass der Reporter die Reise nicht im Auftrag seines Arbeitsgebers, sondern lediglich in Absprache mit ihm unternommen hatte. Zudem war er nicht während der Arbeitszeit gereist, sondern hatte dafür seine regulären Jahresurlaub genommen, und hatte weder seinen Aufwand vom Arbeitgeber erstattet noch ein gesondertes Honorar für die spätere Reportage bekommen. Zwar sei die Reise möglicherweise "zum geringen Teil auch beruflich motiviert" gewesen, meine das Gericht – eine Aufteilung der Reisekosten in einen beruflich und einen privat veranlassten Teil, wie das Bundesfinanzgericht sie neuerdings zulässt, sei hier jedoch nicht nach objektiven Kriterien möglich, weshalb der Redakteur die gesamte Reise als sein Privatvergnügen ansehen müsse und nicht steuerlich geltend machen könne. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen (Urteil vom 13.5.2011, Aktenzeichen 8 K 72/10).

Selbstständige, für die bei den Reisekosten die gleichen Kriterien gelten, lernen daraus: Eine Dienstreise ist nur, was von vornherein und nachweisbar als Dienstreise geplant wurde. Für so eine Reise besorgt man sich also vorher Aufträge – und lässt sie sich am besten auch schriftlich bestätigen.

(06.07.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zu Reisekosten

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