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Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Steuer-News (Archiv)

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Reisekosten
Verpflegungspauschalen auch bei Gratis-Verpflegung 

Die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand gelten bei Dienstreisen immer als Betriebsausgaben – auch dann, wenn man gar keinen Mehraufwand hatte, etwa weil man kostenlos in der Kantine des Auftraggebers essen konnte. Diese unstreitige Regel, auf die mediafon bereits mehrfach hingewiesen hat, hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil vom 24. März bekräftigt, das jetzt bekannt wurde.


Selbstständige sind ja oft viel zu ehrlich: Da war eine Physiotherapeutin auf einer einwöchigen Fortbildung – in ihrer Steuererklärung führt sie als Betriebsausgaben dafür aber nur die Fahrtkosten und die Kursgebühren auf. Die Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand (immerhin 168 € für sieben Tage à 24 €) setzt sie jedoch nicht an, weil sie gar keinen Mehraufwand hatte: Verpflegung gab's in der Bildungseinrichtung doch die ganze Zeit umsonst!

Das kann man so machen – muss man aber keineswegs, wenn man nicht Geld verschenken will. Solche Pauschalen sollen den Steuerpflichtigen (und dem Finanzamt) nämlich das Leben erleichtern, indem sie den Einzelnachweis der jeweiligen Kosten überflüssig machen. Das bedeutet: Man darf sie immer anwenden – unabhängig von der konkreten Situation.

Im vorliegenden Fall ging es um einen Soldaten, der auf einer Dienstreise durchgehend in der Kantine einer fremden Kaserne gegessen hatte, für die Tage aber trotzdem die Pauschale für den Verpflegungsmehraufwand geltend gemacht hatte. Zu Recht, wie der BFH befand. Zwar gelten für Arbeitnehmer hier geringfügig andere Regeln, der zentrale Satz des BFH-Urteils aber gilt unverändert auch für Selbstständige:

"Auf die konkrete Verpflegungssituation kommt es (bei der Frage, ob man die Pauschale geltend machen kann) ebenso wenig an, wie darauf, ob dem Kläger überhaupt ein Mehraufwand bei seiner Verpflegung entstanden ist".

Das heißt: Selbstständige dürfen auf jeder Dienstreise die Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand ungekürzt ansetzen – egal auf wessen Kosten sie unterwegs gegessen haben. Freilich: Wenn der Auftraggeber hierfür Spesen erstattet, müssen sie diese als Betriebseinnahme verbuchen (BFH-Urteil vom 24.3.2011, Aktenzeichen VI R 11/10).

(13.07.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Das Urteil im Volltext
Der mediafon-Ratgeber zu Fahrt- und Verpflegungskosten

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