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Versicherungs-News (Archiv)

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Billigtarife eingeschränkt
Private Krankenversicherung weist Selbstständige ab 
Die private Krankenversicherung HanseMerkur nimmt Selbstständige, die nicht mindestens zwei Jahre in Deutschland gemeldet sind – in der Regel also wahrscheinlich Ausländer –, künftig außerhalb des Basistarifs nicht mehr auf. Das steht in den neuen "Annahmerichtlinien", mit denen sich das Unternehmen besser "vor Nichtzahlern und Beitragsprellern schützen" will. Andere Kassen sichern sich mit Schufa-Auskünften ab.

Schaut man sich die Verlautbarungen der privaten Krankenversicherungen aus der letzten Zeit an, so stößt man auf ein einhelliges Jammern: Mit den neuen Billigtarifen haben sie sich eine Kundschaft ins Haus geholt, wie sie die privaten Versicherer bisher nicht kannten: Leute mit richtig wenig Geld. So klagen alle Versicherer unisono, dass unter den Billigtarifkunden der Anteil der "Nichtzahler und Beitragspreller" besonders hoch sei – und dass man diese Leute neuerdings wegen der allgemeinen Krankenversicherungspflicht ja nicht mehr rausschmeißen könne. Viele Gesellschaften sind daher dazu übergegangen, von potentiellen Kunden nicht nur eine Gesundheits-, sondern auch eine Schufa-Auskunft einzuholen – und den Vertragsabschluss dann gegebenenfalls abzulehnen.

Noch weiter geht jetzt die HanseMerkur Krankenversicherung, die in den letzten Jahren mit besonders niedrigen Billigtarifen ein besonders starkes Wachstum erzielt hat. Während etwa die DKV und die Central aus den genannten Erfahrungen heraus Billigtarife vom Markt nehmen, hat die HanseMerkur weitere Selbstständige als Profitrisiko identifiziert und verlangt seit dem 1. August als Voraussetzung für eine Versicherung die Bescheinigung des Einwohnermeldeamtes, dass der betreffende Mensch seit mindestens zwei Jahren seinen Hauptwohnsitz in Deutschland hat, sowie eine weitere Bescheinigung, dass er bereits mindestens zwei Jahre in Deutschland – gesetzlich oder privat – krankenversichert war. Dabei legt die Versicherung Wert auf die Feststellung, dass die neuen Bedingungen nicht speziell gegen Selbstständige ausländischer Herkunft gerichtet sind, sondern "unabhängig von ihrer Nationalität gelten". Sie betreffen damit also beispielsweise auch Deutsche, die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen oder längere Zeit im Ausland wohnhaft waren.

Ansonsten weist die HanseMerkur zu Recht darauf hin, dass die von der Politik gewollte und von den privaten Krankenversichern praktizierte Rosinenpickerei - eine Besonderheit des deutschen Krankenversicherungssystems - absolut legal ist. Schließlich, so die Gesellschaft, sei sie "im Rahmen der von der Rechtsordnung gewährten Vertragsfreiheit grundsätzlich in der Entscheidung frei, ob und ggf. unter welchen Vorraussetzungen wir mit wem Verträge schließen".

Klar ist, dass dies für Versicherungen nach dem weniger attraktiven Basistarif nicht gilt, denn hier dürfen die privaten Versicherer die Aufnahme gar nicht verweigern. Im Segment der übrigen Tarife jedoch gelten Werbe-Aussagen wie "sorgenfreier und vor allem beitragsstabiler Rundumschutz" nur für ausgewählte Personen. Bei anderen, so bereits die bis Ende Juli gültigen Bestimmungen, müsse die Versicherung "mit unserer Annahmepolitik reagieren".

Ergänzt am 4.8.11

(02.08.2011)

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