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zu wissenswerten, aber nicht mehr brandaktuellen Meldungen.

Informationen, die längere Zeit gültig bleiben, finden sich übrigens an anderer Stelle: Sie werden kontinuierlich in unseren Ratgeber mediafon eingepflegt.

Versicherungs-News (Archiv)

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Krankenversicherung
Krasse Preisunterschiede beim Krankengeld 

Extreme Preisunterschiede hat die Stiftung Warentest bei den "Wahltarifen Krankengeld" der gesetzlichen Krankenkassen für Selbstständige festgestellt. Nach einer aktuellen Übersicht reichen die monatlichen Prämien von vier bis 378 Euro – für ein tägliches Krankengeld von 20 bis 70 Euro (bei allerdings unterschiedlichen Versicherungsbedingungen). Ein Vergleich ist also unverzichtbar für alle, die so einen Tarif abschließen wollen.


Selbstständige, die freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse zum ermäßigten Beitragssatz von 14,9 % versichert sind, bekommen überhaupt kein Krankengeld. Aber auch wer über die Künstlersozialkasse versichert ist oder freiwillig den normalen Beitragssatz von 15,5 % bezahlt, bekommt das Krankengeld erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit.

Das geht besser: Seit 2009 sind die Krankenkassen gesetzlich verpflichtet, "Wahltarife" anzubieten, mit denen man den Zeitpunkt, von dem an Krankengeld gezahlt wird, nach vorn verschieben kann – auf den ersten, 15. oder 22. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Manche Kassen scheinen diese Tarife aber gar nicht zu lieben und verlangen so unverschämt hohe Prämien, dass potentielle Interessenten sofort abwinken.

Die Stiftung Warentest hat die "Wahltarife Krankengeld" jetzt ausführlich unter die Lupe genommen und im Internet eine Übersicht veröffentlicht. Dabei ergeben sich folgende Beitragsspannen:
  • Freiwillig versicherte Selbstständige können bei einem Monatseinkommen von 2.000 € für monatlich 20 € bei der Barmer BEK, der HEK und der KKH Allianz einen Anspruch auf ein Krankengeld von 47 € pro Tag ab dem 22. Tag der Arbeitsunfähigkeit erwerben. Bei der AOK Niedersachsen kostet dasselbe bereits 25, bei der mhplus BKK 50 € im Monat. Bei der DAK ist man für 12 € sogar schon ab dem 15. Krankheitstag dabei – allerdings gibt es hier nur 24 € am Tag.
  • Heftiger werden die Preisunterschiede für Künstler und Publizistinnen, die über die KSK versichert sind. Um bei einem Monatseinkommen von 3.000 € ihr Krankengeld in der gesetzlichen Höhe von 70 € bereits ab dem 15. Krankheitstag zu bekommen, müssen sie bei der BKK Demag Krauss-Maffei 6 € im Monat bezahlen, bei der Barmer GEK 8 €, bei der Deutschen BKK 10 €, bei der Techniker 25 €, bei der HEK 36 € und bei der Vereinigten BKK und der BKK Braun Gilette unglaubliche 378 € im Monat. Eine spezielle Auswertung dieser Tarife findet sich in der Dezember-Ausgabe von Finanztest.
  • Noch teurer wird es, wenn freiwillig Versicherte lediglich den ermäßigten Beitragssatz bezahlen und den Krankengeldanspruch komplett über einen Wahltarif abdecken wollen. Da reichen die Monatsbeiträge bis zu 398 € bei der BKK Technoform. Dafür gibt es dann ein Krankengeld von 65 € pro Tag vom 92.(!) Tag der Arbeitsunfähigkeit an, und diesen Beitrag muss man auch weiter bezahlen, während man Krankengeld bekommt – bei etlichen der oben genannten Kassen ruht die Beitragspflicht in dieser Zeit.
Wer eine solche Versicherung abschließen will, sollte sich auf jeden Fall zusätzlich zur Warentest-Liste den exakten Tarif der jeweiligen Krankenkasse besorgen, denn Warentest nennt lediglich Beispielzahlen, deren Relationen sich im konkreten Fall durchaus verschieben können, da einige Kassen die Prämie prozentual von Einkommen berechnen, während andere Festbeträge verlangen, und manche Kassen das Krankengeld deckeln, so dass man es nicht in der gesetzlichen Höhe von 70% des bisherigen Bruttoeinkommens bekommt, sondern zum Beispiel maximal 20 € am Tag. Weitere Hinweise stehen im mediafon-Ratgeber.

(aktualisiert 16.11.2011)

(25.10.2011)

Verweise zu diesem Artikel:
Tarifübersicht der Stiftung Warentest (Artikel kostenlos, Download der Ergebnisse 1,50 Euro
Finanztest-Tarifübersicht für Künstler und Publizistinnen (Download 2,50 €)
Der mediafon-Ratgeber zu den Krankengeld-Wahltarifen

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